Bessere Betreuung von AMS-Kunden: 2006 Arbeitslosengeld "nur" 86.500 Mal gesperrt

Rückgang: Nur 15.500 Sperren wegen Missbrauches

Das Arbeitsmarktservice hat im Vorjahr insgesamt 86.525 Sperren des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe verhängt. Das waren um 920 weniger als im vorangegangenen Jahr, aber immer noch deutlich mehr als Anfang des Jahrzehnts. Die wegen Missbrauchs verhängten Sperren sind im Jahresvergleich ebenfalls gesunken, und zwar um fast 300 Fälle auf 15.682 Sperren.

Bei Verweigerung oder Vereitelung der Arbeitsaufnahme erwartet die Betroffenen beim ersten Mal eine Sperre von sechs Wochen. Im Wiederholungsfall wird eine Sperre von acht Wochen verhängt. Bei Arbeitsunwilligkeit (nach Paragraf 9 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes), wenn der Betroffene weder einen Kurs besucht noch auf einen Arbeitsplatz vermittelt werden will, werden das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gänzlich gestrichen.

In rund 28.000 oder einem Drittel der (Fälle Paragraf 11) handelt es sich nicht eigentlich um Sperren, sondern um eine vierwöchige Wartefrist beim Bezug des Arbeitslosengeldes wegen Selbstkündigung. In rund 43.000 oder fast der Hälfte der Fälle wurde das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe (nach Paragraf 49) wegen Kontrollmeldeversäumnis vorübergehend ausgesetzt.

AMS-Vorstand Johannes Kopf führt den Rückgang der Sperren bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe auf die Einführung des Betreuungsplans für Jobsuchende und die dadurch "intensivere Zusammenarbeit zwischen AMS und Kunden" zurück. "Durch die im Betreuungsplan gemeinsam vereinbarten Betreuungsschritte klappt die Zusammenarbeit zwischen AMS und Kunden noch besser", so Kopf zur APA.

Mit der Änderung der Zumutbarkeitsbestimmungen per Jahresbeginn 2005 wurden die regionalen AMS-Geschäftsstellen verpflichtet, für Jobsuchende individuelle Betreuungspläne zu erstellen, um die Vermittlungsprozesse qualitativ zu verbessern.
(apa)