Bespitzelter Vieri verlangt Schadenersatz: 9 Mio. € von Inter, 12 Mio. von der Telecom

Telefongespräche abgehört, Leben ausspioniert Anwalt: Moralische und finanzielle Schäden für Vieri

Bespitzelter Vieri verlangt Schadenersatz: 9 Mio. € von Inter, 12 Mio. von der Telecom

Der frühere italienische Fußball-Nationalspieler Christian Vieri zieht gegen seinen Ex-Klub Inter Mailand vor Gericht. Die Mailänder hatten ja gestanden, Vieri in den vergangenen Jahren bespitzelt zu haben. Der Stürmer verlangt vom italienischen Tabellenführer 9 Millionen Euro und weitere 12 Millionen Euro von der Telecom Italia, berichtete das italienische Wochenmagazin "L'Espresso".

Vieri behauptet, dass Inter Artikel 27 des Statuts verletzt habe, der Klubs Lauschangriffe und Bespitzelungen der Spieler verbietet. Die Telefongespräche Vieris seien abgehört worden, um dessen Leben außerhalb des Spielfelds auszuspionieren. Das hatte Inter-Chef Massimo Moratti selbst kürzlich vor den Ermittlern zugegeben. Vieri wurde mit Hilfe einer Privatdetektei mit Verbindungen zur Telecom Italia bespitzelt.

Der Lauschangriff habe Vieri moralische und finanzielle Schäden zugefügt, auch sein Image sei beeinträchtigt worden, daher sei die Forderung nach Schadenersatz vollkommen angebracht, sagte der Rechtsanwalt des Spielers, Danilo Buongiorno.

Moratti erklärte inzwischen, sich wegen des Lauschangriffs bei dem Torjäger entschuldigen zu wollen. Telecom Italia wies dagegen die Forderung Vieris nach Schadenersatz entschieden zurück. Der Lauschangriff sei vor fünf Jahren verübt worden, das Vergehen sei verjährt, verlautbarte das Unternehmen.

Die Staatsanwaltschaft von Mailand will in Zusammenhang mit der Abhöraktion weitere Inter-Verantwortliche vernehmen, darunter Vize-Präsident Carlo Buora, der auch ein hochrangiger Verantwortlicher der Telecom Italia ist, sowie den zweiten "Vize" Riccardo Ghelfi. Er soll die Lauschangriffe auf Vieri bezahlt haben.

(apa/red)