Besorgnis um Qualität der Lehrer: "Haben schon jetzt 22 Prozent zu wenig Lehrer"

Landesschulräte warnen vor Lehrkraft-Engpässen Personalmangel durch Pensionswelle wird befürchtet

Besorgnis um Qualität der Lehrer: "Haben schon jetzt 22 Prozent zu wenig Lehrer" © Bild: APA/Gindl

Die Qualität von Österreichs Pflichtschulen könnte unter dem Personalmangel durch die Lehrer-Pensionswelle leiden, fürchtet Theodor Saverschel, Obmann der Elternvereine an den mittleren und höheren Schulen. "Die Pädagogischen Hochschulen (PH) sind derzeit dazu gezwungen, jeden aufzunehmen, der sich bewirbt", die Zahl der Absolventen sei nämlich zu gering.

"Wir wissen, dass wir jetzt schon 22 Prozent zu wenig Lehrer haben", beruft sich Saverschel gegenüber der APA auf Informationen aus dem Unterrichtsministerium. Dabei zeigte er sich verärgert über die Informationspolitik zum Lehrermangel. Während die Landesschulräte vor Engpässen warnen, würden die politisch Verantwortlichen sagen, es gebe keine Probleme, Posten zu besetzen. "Und wir Eltern stehen dazwischen und wissen nicht, ob sie es jetzt schaffen oder nicht und was in den nächsten zwei, drei Jahren mit unseren Kindern in der Schule passiert", so der Elternvertreter.

Mittel- oder langfristig werde sich die Personalsituation wohl verbessern, so Saverschels Hoffnung, "aber kurzfristig habe ich wirklich große Sorge, dass hier kein geeigneter Nachschub kommt". Die PH seien daran allerdings nicht schuld: "Die versuchen schon aus diesen Menschen auch gute Lehrer zu machen, aber sie haben nicht die Möglichkeit bei der Auswahl so selektiv zu sein wie sie es gerne wären." Denn nur weil es genügend Bewerber gebe, heiße das nicht, dass diese auch qualifiziert seien.

Völlig offen ist laut Saverschel, wo das zusätzliche Personal für den Ausbau der Neuen Mittelschule (NMS) mit Herbst kommen soll - das Unterrichtministerium spricht auf APA-Anfrage von 100 zusätzlich benötigten Pädagogen durch das Teamteaching in den Hauptfächern. Er habe nichts dagegen, wenn die Qualität an den Hauptschulen gesteigert werden soll, betonte der Elternvertreter. Wenn aber zu wenige oder die falschen Lehrer da seien, könne dieses Versprechen nicht gehalten werden.

(apa/red)

Kommentare

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Lehrermangel Tut mir leid, für diese Aussage fehlt mir das Verständnis. Solange es in Wien noch junge Lehrer mit einer ordentlichen Ausbildung gibt die motiviert sind und dann nur als B-Lehrer eingesetzt werden. Als sogenannte Beiwagerl für Turnen, Zeichnen und Singen in den Klassen, kann der Lehrer Mangel nicht so groß sein!

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Re: Lehrermangel kann und ist auch nicht, nur wenn die Unterrichtsstunden nun noch mehr gekürzt werden , müssen halkt die B-Leerer einspringen , damit die richtigen Lehrer nicht an Überarbeitung in den Krankenstand gehen müssen.

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Re: Lehrermangel Wenns so schön ist, warum seid ihr keine Lehrer geworden?

Ich frage mich ehrlich: welcher vollkoffer strengt sich 4 oder 5 Jahre in einer höheren Schule für die Matura an, schließt 2 Studien ab um dann Lehrer zu werden, mit schwierigen Jugendlichen zu arbeiten und weniger als ein Polizist zu verdienen?

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Re: Lehrermangel @erich, die müssen nicht einspringen die werden von haus aus so eingesetzt, die "alten" LehrerInnen sind die Klassenlehrer und die Jungen machen das was keiner machen will und noch dazu in der Zeit in der ein Klassenlehrer nicht mehr da ist, weil sein Unterricht um 12 Uhr endet!

@maierhofer, keiner sagt dass es so schön ist Lehrer zu sein und es kann nicht nur Lehrer geben. Wenn man meinen Eintrag genau liest, merkt man dass er eher PRO als Contra ist!
Dankeschön!

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