Besitz zu einem geringen Preis gekauft: In den 1980ern hat Haider das Bärental geerbt

Umstrittene Liegenschaft mit jüdischen Vorbesitzern "Republik Bärental" - Jörg Haiders umstrittener Besitz

Besitz zu einem geringen Preis gekauft: In den 1980ern hat Haider das Bärental geerbt © Bild: APA/Eggenberger

Der 1.600 Hektar große Besitz des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider im Bärental in den Karawanken hat in den vergangenen Jahren immer wieder für politische Diskussionen gesorgt. Haider hatte die Liegenschaft in den 1980ern von seinem Wahlonkel geerbt, dessen Vater sie während des NS-Regimes von der Witwe des ursprünglichen jüdisch-italienischen Besitzers zu einem geringen Preis gekauft hatte.

Im Jahr 2000 berichtete die Zeitung "Der Standard" von der damals 73-jährige Noemi Merhav, die auf die Herausgabe des Bärentals klagte. Merhav sei demnach die Tochter von Mathilde Roifer gewesen, die aufgrund der Nürnberger Rassengesetze 1939 zum Verkauf der Liegenschaft an Josef Webhofer, den Vater des Wahlonkels Haiders, gezwungen worden war.

Haider hatte immer betont, im Jahre 1954 habe es über Betreiben des Jüdischen Weltkongresses ein Rückstellungsverfahren gegeben, wobei im Rahmen eines höchstgerichtlichen Vergleichs eine Einigung erzielt worden sei.

Republik Bärental
Der Vorbesitzer habe "noch einmal einen größeren Geldbetrag zu Verfügung gestellt und damit alle Ansprüche entsprechend abgegolten". "Drei Jahreseinschläge eines Forstbetriebes an zusätzlicher Zahlung zu dem bereits erfolgten Kaufpreis anzubieten, war nicht so wenig", hieß es damals.

Dieser Umstand sorgte lange für politische Diskussionen, immer wieder sprach man von der "Republik Bärental". Nur Haiders Witwe Claudia ist dort gemeldet, der verstorbene Landeshauptmann selbst lebte offiziell in Klagenfurt. (apa/red)