Beseitigung des Hundekots: Viel Ärger
in allen Landeshauptstädten Österreichs

Wenig Wegputzmoral in St. Pölten und Salzburg Kein Erfolg mit Sackerl-Automaten in Klagenfurt

Nicht nur in Wien lässt das Problem des Hundekots die Gemüter hochgehen. Auch in vielen Landeshauptstädten sind Bürger über den ewigen Slalomlauf um die Trümmerln auf den Gehsteigen verärgert.

In St. Pölten etwa erwiesen sich die Maßnahmen im Kampf gegen die Hundewürste bisher als überwiegend wirkungslos. Obwohl jährlich rund 20.000 "Sackerln" bereitgestellt werden, geht die Reinigung zu Lasten der Straßenkehrer. Die Besitzer kämen ihrer gesetzlichen Verantwortung zur Beseitigung des Kots schlicht und einfach nicht oder unzureichend nach, wie das Magistrat der Landeshauptstadt mitteilte. Um eine Rechtfertigung dieser Praxis seien sie allerdings nicht verlegen: "Wir zahlen ja Hundesteuer."

In Linz verrichten laut Behörden täglich 4.751 Hunde offiziell gemeldet ihre Geschäfte, in Wels 1.800 und in Steyr 1.243 - die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen. In der Landeshauptstadt verteilt sich das Problem auf 450 Hektar öffentliche Grünflächen und springe daher nicht so ins Auge, hieß es beim Gartenamt. Dennoch steigt die Zahl der Beschwerden im Winter regelmäßig an, denn da verrotten die stinkenden Hinterlassenschaften schlechter. Anzeigen gebe es kaum, da die Zuordnung von Hund zu Trümmerl meist schwierig sei, so die Auskunft der Stadt Wels.

Schlechte Werputzmoral in Salzburg
In Salzburg ist - wie in St. Pölten - die Wegputzmoral sehr niedrig. "Das Problem ist eigentlich nicht in den Griff zu kriegen. Das Unrechtsbewusstsein fehlt", klagte Karin Rotter vom Amt für öffentliche Ordnung im Magistrat Salzburg. Die Grünflächen, Kais und Spielplätze sind von den rund 5.000 Hunden der Stadt Salzburg "ziemlich verschmutzt". Die zwei "verdeckten Ermittler" des Magistrates können im Jahr etwa sechs Hundehaltern die Tat in flagranti nachweisen. Die Folge: Organstrafen zu 36 Euro, die zumeist bezahlt werden. Auf eine Verwaltungsstrafe lassen sich die wenigsten ein. Derzeit stehen nur am Bahnhofsvorplatz zwei "Gassi-Automaten".

In Innsbruck sind die Hundstrümmerln derzeit kein Thema. Momentan befindet sich auf den meisten Grünflächen noch eine geschlossene Schneedecke. Jede "gröbliche oder sicherheitsgefährdende Verunreinigung" der Straße ist in der Tiroler Landeshauptstadt laut Straßenverkehrsordnung verboten. Daher hätten die Hundebesitzer dafür zu sorgen, dass ihre vierbeinigen Lieblinge die Wege, Straßen und Grünflächen der Stadt nicht verunreinigen, hieß es im Rathaus auf Anfrage. Wer gegen seine Sorgfaltspflicht verstößt, kann angezeigt werden. Laut Polizei kostet diese Verwaltungsübertretung Herrchen und Frauchen bis zu 72 Euro.

Drei Tonnen Hundekot pro Tag in Graz
Geschätzte drei Tonnen Hundekot täglich verursachen die Grazer Vierbeiner. Zwar sind die Halter zur Beseitigung verpflichtet, doch oft bleiben die "Tretminen" in Grünanlagen und auf Gehwegen zurück und sorgen für Unmut. "Graz teilt das Schicksal mit sämtlichen europäischen Großstädten", so Robert Egger vom Fachbereich Wirtschaftsbetriebe im Magistrat. Neben der Ausweitung von Hundewiesen und "Gassi-Automaten" setzt man nun auf den Einsatz von vier Kehrmaschinen, die mit einem speziellen Rüssel den Hundedreck auch aus schwerzugänglichen Ecken aufsaugen können.

"Wir überlegen, jedem Hundebesitzer Sackerln zum Entfernen der Exkremente ihrer Vierbeiner nach Hause zu schicken", erklärte der zuständige Klagenfurter Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer (SPÖ) auf Anfrage der APA. Die Aufstellung von so genannten Sackerl-Automaten hätten nämlich nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Wiedenbauer: "An diesen Standorten sind besonders viele Häuferln." Derzeit plane die Stadt eine Info-Kampagne, um die Hundehalter zum Wegräumen der Hinterlassenschaft ihrer vierbeinigen Freunde zu bewegen. Den finanziellen Aufwand für die Säuberung von Parkanlagen und des Wörthersee-Strandbades konnte Wiedenbauer nicht beziffern. "Mit der von der Stadt eingehobenen Hundesteuer von 40 Euro pro Tier ist das jedenfalls nicht gedeckt", so der Vizebürgermeister.

Wenig Ärger in Bregenz
In der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz sind Beschwerden über mit Hundekot verschmutzte Straßen bzw. öffentliche Plätze "eigentlich überhaupt kein Thema", sagte Pressesprecherin Patricia Erne auf APA-Anfrage. Im Stadtgebiet sind insgesamt 18 Dispenser für Hundekotbeutel angebracht, die laut Erne sehr gut angenommen werden. In den Bregenzer Park- und Seeanlagen besteht Leinenpflicht, ebenso im Naturschutzgebiet "Mehrerauer Seeufer - Bregenzerachmündung". Für den vierbeinigen Liebling sind in Bregenz 46,10 Euro an Hundesteuer zu entrichten. Eine Ausnahme bilden nur die Hunde in landwirtschaftlichen Betrieben, die ihren Besitzern jeweils 16,70 Euro wert sein müssen.

In Eisenstadt habe es über Verunreinigungen durch Hundekot bisher zwar die eine oder andere Beschwerde gegeben, prinzipiell sei das aber nicht wirklich ein Problem, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Rathaus. Hinsichtlich möglicher Konsequenzen sei die Zuständigkeit geteilt: Bei Verunreinigungen auf Verkehrsflächen sei die Strafbehörde die Polizei. Für Grünflächen ist laut einer ortspolizeilichen Verordnung der Magistrat zuständig. An einen Fall, in dem gegen einen Hundebesitzer seitens der Stadt in dieser Angelegenheit eine Strafe verhängt wurde, könne man sich aber nicht erinnern.

(apa)