"Beruhigungspille" für die Universitäten:
Finanzminister will mehr Geld locker machen

Pröll knüpft Geldspritze aber an strenge Bedingungen "unibrennt"-Bewegung setzt ihre Protestaktionen fort

"Beruhigungspille" für die Universitäten:
Finanzminister will mehr Geld locker machen © Bild: APA

Finanzminister Josef Pröll (V) hat den Unis im Nationalrat mehr Geld in Aussicht gestellt, daran aber Bedingungen geknüpft. "Ich bin überzeugt, für die Universitäten müssen wir zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen", betonte Pröll. Dafür müssten jedoch grundsätzliche Reformen und Zugangsregeln angegangen und mehr Transparenz bei den Finanzströmen geschaffen werden. Die Universitätenkonferenz (uniko) fordert nach diesen Worten auch Taten, die HochschülerInnenschaft (ÖH) kündigt an, weiterhin Druck für die Ausfinanzierung der Unis zu machen: "Mit Beruhigungspillen lassen wir uns nicht abspeisen."

Geht es nach der ÖH und den ehemaligen Hörsaalbesetzern von "#unibrennt", sollen die gestrigen Demonstrationen mit mehreren tausenden Teilnehmern in Wien, Graz und Salzburg und die kurzfristige Besetzung des Audimax der Uni Wien mehr als nur ein kurzes Aufflackern der Studentenproteste vom vergangenen Herbst gewesen sein. "Das war nur ein weiterer Startpunkt in einen heißen Uni-Herbst", so ÖH-Chefin Sigrid Maurer (Grüne und Alternative StudentInnen, GRAS) zur APA.

"Audimaxisten" wieder aktiv
Dass die ehemaligen "Audimaxisten" noch immer mobilisieren können, hat sich bei den gestrigen "alternativen Vollversammlungen" an der Uni Wien gezeigt. Zeitweise waren mehrere hundert Studenten in den größten Hörsaal der Uni Wien gekommen um diesen zumindest vorrübergehend zu besetzen. Über Nacht blieben dann allerdings nur noch rund zehn Personen im Hörsaal, die von der Polizei zu Vorlesungsbeginn hinauseskortiert wurden.

Auch zu einer Demonstration von "#unibrennt" am Vormittag kamen nur rund 50 Personen. Diese zogen nach einer rund einminütigen Blockade des Rings in Richtung Wissenschaftsministerium, vor dem Burgtheater wurden einige Teilnehmer der nicht angemeldeten Demo von der zahlenmäßig deutlich überlegenen Polizei eingekesselt und ihre Personalien aufgenommen.

Zahlreiche Aktionen in Planung
Für heute, Mittwoch, um 16 Uhr hat "#unibrennt" spontan zu einem Plenum in der Aula der Akademie der Bildenden Künste eingeladen. Dort wollen die Studenten "an die Forderungen der Besetzer_innen des letzten Jahres anschließen und auf diesen beharren". Auch zwei weitere Termine sind bereits fixiert: Am Freitag (22.10.), dem einjährigen Jubiläum der Audimax-Besetzung, wird es bei der Feier in der Arena ein Plenum geben, am 27. Oktober folgt ein "großes Plenum" an der Technischen Uni (TU) Wien. Für die Zeit dazwischen sollen ebenfalls Aktionen geplant werden.

Keine Proteste in den Ländern
Die Proteste dürften sich allerdings fast ausschließlich auf Wien konzentrieren, in den übrigen Universitätsstädten ist es vorerst ruhig - und das dürfte auch so bleiben. "Ich halte Besetzungen an den Universitäten zu diesem Zeitpunkt sowieso für nicht dienlich", sagte der Vorsitzende der HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Uni Klagenfurt, Stefan Sagl. Sein Alternativvorschlag: "Man könnte ja der Budgetklausur der Bundesregierung in Loipersdorf (beginnt am Freitag, Anm.) einen Besuch abstatten."

(apa/red)

Kommentare

Bildung kostet NICHTS ... denn mit der Bildung der Menschen steht und fällt der Staat.
1 Mrd. zusätzlich/Jahr für die Unis,
mindestens 1 Mrd./Jahr für Forschung und Entwicklung,
oder der Zug Austria wid weiter in die Bedeutungslosigkeit fahren. Rumäniens finanzieller Beitrag für Bildung ist, gemessen am BIP, höher als in Österreich.
GUTEN MORGEN ÖSTERREICH!

stabilis melden

Die sollen studieren! Also mein Kind studiert uns ist voll angefressen auf diese ewaigen Streikhanseln auf der Uni. Hörsäle sind besetzt, überall liegen Flugblätter herum - für nichts!

Es wundert mich nicht wenn die FH´s so gefragt sind!

Fazit: die sollen lieber rasch studieren als demonstrieren!

Und die ÖH Streiker sind ohnehin nicht wirklich die leistungsorientierten Studenten!

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Re: Die sollen studieren! Ja, ich wär auch voll angefressen, wenn ich studieren würde, Papa und Mama zahlen brav, mach mir um nix Sorgen und dann kommen so Ungustln und stören meine Uni Vorlesung weil sie auf die absurde Idee gekommen sind, dass Bildung (kosten)frei sein müsse...

Fazit: Immer schön Schnauze halten und machen, was von einem (ab)verlangt wird! Willkommen in Österreich!

Der einfachste Weg Der einfachste Weg wäre es, die einzelnen Studienrichtungen auf nachhaltige Nutzung in der Berufswelt zu überprüfen und nur noch die Fachrichtungen an zu bieten, mit denen man später eine Jobchance hat.

Für die wenigeren Fachrichtungen aber weiter das selbe Geld zur Verfügung zu stellen und damit den Professorenstand und die Forschungsgelder zweckzubinden.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

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