Beruf & Gesundheit von

Kostenfalle Psyche

Dramatischer Anstieg psychischer Erkrankungen im Job. Kosten im Jahr 3,3 Mrd. Euro.

Beruf & Gesundheit - Kostenfalle Psyche © Bild: Corbis

Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen oder Bluthochdruck sind nur einige der Krankheitsbilder, die durch psychische Belastungen in der Arbeitswelt ausgelöst werden. Seit 1995 haben sich die Krankenstandstage infolge von psychischen Erkrankungen mehr als verdoppelt. Jährlich entstehen dadurch laut Arbeiterkammer messbare gesamtwirtschaftliche Kosten von 3,3 Mrd. Euro.

Die Donauuniversität Krems und das Wifo haben im Auftrag der AK erforscht, was arbeitsbedingte psychische Erkrankungen auslösen und was sie Österreich kosten. Studienautorin Biffl erklärte, dass die gesamtwirtschaftlichen Kosten bis zu doppelt so hoch wären, wenn man die Arbeitnehmer miteinberechnet, die "unter Stress Pillen einwerfen" und so zwar am Arbeitsplatz erscheinen, aber nicht mehr produktiv sind.

Die Krankenstandstage wegen psychischer Probleme steigen seit Jahren, während die Zahl der Arbeitsunfälle zurückgeht. Dieses Phänomen sei ein Zeichen für den Wandel der Wirtschaftswelt. Der Druck sei in den letzten Jahren stark gestiegen, sagte Tumpel und verwies auf knappere Lieferzeiten, mehr Konkurrenz und auf Fristen, die eingehalten werden müssen.

Leistungsdruck steigt
Der Leistungsdruck werde von den Chefs auf die Mitarbeiter übertragen, die Verantwortung übernehmen und mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausführen müssen, so Tumpel. Dazu kommen Jobunsicherheiten oder fehlende Anerkennung, die zusätzlich belasten. Ein noch höheres Risiko psychisch zu erkranken haben Migranten und Arbeitslose.

2011 erfolgte ein Drittel aller Neuzugänge bei den krankheitsbedingten Frühpensionierungen aus psychischen Gründen. Belastete Mitarbeiter steuern entweder auf die Invaliditätspension oder auf ein Burn-out zu, warnte Biffl. Die Arbeiterkammer fordert daher, dass neben Arbeitsmedizinern auch Psychologen gesetzlich im Arbeitnehmerschutz verankert werden. Die 500 dafür notwendigen Arbeitspsychologen würden laut AK 46 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Kommentare

Mehr Recht ins Management Die Einhaltung bestehender gesetzlicher Vorschriften, sei es im Arbeitsrecht aber auch in anderen Rechtsgebieten in denen sich Unternehmen bewegen, würde für Arbeitnehmer aber auch für das Wettbewerbsumfeld und dessen Arbeitnehmer druckentlastend wirken.
Ich beobachte bei Führungskräften, die sich primär aus AbsolventInnen der Wirtschaftsuniversitäten zusammensetzen, dass eine rechtlich korrekte Geschäftsgestionierung, sei es aus Unwissenheit oder auch anderen Gründen häufig nicht, nicht prioritär gelebt wird. Beispiel: Es werden „kleine Teamleiter“ einseitig zu „leitenden Angestellten“ erklärt, für die das Arbeitszeitgesetz nicht gilt;
Daher bitte mehr JuristInnen ins Management !!!!!!

\"Rebellen zufolge\" Und wenn ich jetzt in Österreich Anschläge auf Kiwaraposten mache werd auch ich gefragt wie die Lage ist? Aber natürlich nicht, denn dass die Rebellen da unten ja nur gutes wollen ist ja in den Gehirnen unserer Mainstreammedienkonsumenten fest eingebrannt. Eines sag ich euch: Auch wenn dieser Assad kein Heiliger sein mag, hier wird verdreht und propagiert dass sich die Balken biegen. Der Krieg scheint ja ganz ganz ganz unbedingt gewollt zu sein. Aber macht nur weiter so, wer wissen will wies ausgeht informiert sich einmal ordentlich über die Lage in Libyen nach dem NATO-Angriff. Das wird euch schon noch auf den Kopf fallen denn die Wahrheit wird siegen!

melden

Die Forderung der AK nach mehr Betriebspsychologen ist ja ganz nett,... ...nur will man damit wieder nur an den Symptomen herumpfuschen, um noch den letzten Tropfen Produktivität aus jedem Einzelnen herauszukitzeln und die Ursachen läßt man erst außen vor. Denn das Problem liegt ja nicht nur am zunehmenden Leistungsdruck in der Arbeit, sondern viel tiefer, nämlich an einem vollkommen verdrackten Wertesystem unserer Gesellschaft.
Menschen leiden heute ja nicht nur an Arbeitsstress,sondern in zunehmendem Maße auch an Freizeitstress und jene, die unter Nichts-Tun und Entspannen wirklich nichts zu tun verstehen, kann ich in z.B.meinem Bekanntenkreis an einer Hand abzählen. Zusätzlich wird Materielles immer mehr Ersatz für Zuwendung oder soziale Kontakte und so laufen wir im Hamsterrad ( R.Düringer) immer weiter bis das Werkl mit Knirschen auf Grundeis fährt.

melden

Re: Die Forderung der AK nach mehr Betriebspsychologen ist ja ganz nett,... Vielleicht auch der Preis, den wir für unseren "Wohlstand" zahlen müssen oder genauer gesagt zu zahlen bereit sind. Aber man wollte es scheinbar so haben und jetzt hat man\'s.

Seite 1 von 1