Bernie Ecclestone ist scharf auf Saab: Kauft
Formel-1-Zampano die marode GM-Tochter?

Auch Spyker und Ex-MAN-Boss buhlen um Autobauer General Motors liebäugeln mit dem Ende der Marke

Bernie Ecclestone ist scharf auf Saab: Kauft
Formel-1-Zampano die marode GM-Tochter? © Bild: Reuters/Prakash

"Kommt mit dem Geld und ihr könnt es haben", richtete General Motors-Chef Ed Whitacre den Saab-Interessenten aus - "aber sie konnten kein Geld vorweisen". Gerade als jede Hoffnung für einen Fortbestand der schwedischen Traditionsmarke und GM-Tochter zu verblassen schien, steigt unerwartet ein prominentes Gesicht in den Bieterring: Bernie Ecclestone, hauptberuflich Formel-Eins-Boss, will den Autobauer Saab übernehmen. Dafür ist aber nicht nur eine Einigung mit Eigentümer General Motors erforderlich - auch die Konkurrenz muss erst einmal abgehängt werden.

Denn nach Verstreichen der Deadline, bis zu der die Bieter ihre Angebote einbringen mussten, liegen drei Offerte auf dem Tisch. Neben Ecclestone, der für sein Vorhaben die luxemburgischen Investmentfirma Genii Capital ins Boot holte, sind auch noch der niederländische Sportwagenhersteller Spyker und Ex-MAN-Chef Haakan Samuelsson im Rennen.

Der 58-jährige Manager will zusammen mit schwedischen Partnern den Autobauer am Leben erhalten, indem er nach erfolgter Übernahme Saabs Produktion bis auf die Hälfte zu reduzieren gedenkt. Wie Samuelsson die Übernahme finanzieren will, ist allerdings noch nicht bekannt.

Ein großes Fragezeichen steht auch hinter Spykers Angebot. In den Niederlanden wird debattiert, ob der Sportwagenhersteller, der 2008 insgesamt 37 Autos fertigte, potent genug für ein 60 Jahre altes Unternehmen ist, das im gleichen Zeitraum 93.000 Autos produzierte. Dennoch gibt sich Skyper-Boss Victor Muller optimistisch: "Wir glauben, dass die Marke Saab ein großes Potential hat und wir hoffen, so schnell wie möglich zu einer Übereinkunft zu finden", so der Chef des Autobauers.

General Motors liebäugelt mit Auflösung
Vermutlich war es genau dieser Markenwert, der in letzter Minute auch Ecclestone und seine luxemburgischen Partner auf den Plan gerufen hat:
Laut Genii Capital habe Saab "enormen Markenwert in einer Reihe von entscheidenden Automärkten sowie auch ein innovatives Image".

Ob diese Marke noch eine Zukunft hat, entscheidet letztlich aber General Motors. Der US-Konzern, der sich seit Anfang des Jahres 2009 von Saab trennen will, hat inzwischen nämlich bereits die Schließung der schwedischen Tochter angekündigt. Denn auch die nachträgliche Verlängerung der Bieterfrist könnte jede Bedeutung verlieren - wenn Ecclestone, Samuelsson und Spyker bei ihrem letzten Angeobt nicht genug Geld vorweisen konnten.
(mei)