Armstrong-Skandal von

Lance bleibt für Kohl der Größte

Österreichischer Doping-Sünder: "Wenn man sich im Sport auskennt, sieht man das so"

Ex-Radprofi Bernhard Kohl bei einem APA-Fototermin im Jahr 2011. © Bild: APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER

Ex-Rad-Profi und Doping-Sünder Bernhard Kohl rät Lance Armstrong in einem aktuellen Interview dazu, reinen Tisch zu machen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass dem Amerikaner nach wie vor der Titel "Rekordsieger der Tour de France" gebühre. "Wenn man immer so nachbohrt wie bei Armstrong, bleiben nicht viele Sportler über", so der Tour-Dritte von 2008.

"Aus eigener Erfahrung würde ich Lance zu einem Geständnis raten", so Kohl im Gespräch mit der Tageszeitung "Der Standard", "sonst kann er nichts Neues beginnen, weil er das ewig mit sich herumträgt". Ihm selbst sei dieser Neubeginn gelungen, so das ehemalige österreichische Rad-Idol, das mittlerweile mit seinem eigenen Geschäft "Bernhard Kohl Fahrrad und Fitness" erfolgreich ist. Trotzdem glaubt Kohl nicht, dass Lance Armstrong wirklich alles zugeben werde - der Texaner habe einfach zu viel zu verlieren: "Für ihn ist es schlicht eine Rechenaufgabe. Was gibt er zu, was gibt er nicht zu? Was kann er gewinnen, wenn er etwas zugibt, was kann er verlieren? Welche Regressforderungen kommen auf ihn zu?"

"Oprah kann so weit gehen, wie sie will"

Indes wird in der Zeitung "USA Today" mit der Berufung auf Insider-Infos eine Dopingbeichte Armstrongs angekündigt. Der Texaner selbst bekräftigte noch einmal kurz vor der Aufzeichnung seines lange erwarteten Auftrittes bei Talk-Queen Oprah Winfrey, dass er "direkt, ehrlich und aufrichtig" auf alle Fragen eingehen wolle. Es habe keinerlei Absprachen gegeben: "Sie (Oprah) kann so weit gehen, wie sie möchte", so Armstrong. So wie sich Bernhard Kohl nach wie vor als sportlich gerechtfertigten Dritten der Tour de France 2008 sieht, gesteht er übrigens auch Armstrong unverändert zu, der rechtmäßige Rekordgewinner der berühmtesten Rad-Tour der Welt zu sein: "Wenn man sich im Sport auskennt, sieht man das so. Weil es nicht ein paar schwarze Schafe, sondern vielleicht ein paar weiße Schafe gibt. Wenn man immer so nachbohrt wie bei Armstrong, bleiben nicht viele Sportler über."

Kommentare