Berlusconis Pläne für neue Partei immer konreter: Bereits Name & Symbol beglaubigt

Herzflimmern unter Alliierten im Mitte-Rechts-Lager Beobachter: "Er setzt wieder nur auf sich selbst"

Die Pläne des italienischen Oppositionschefs Silvio Berlusconi zur Gründung einer "Partei der Freiheit" konkretisieren sich. Die Spitzenpolitikerin der konservativen Oppositionspartei Forza Italia, Michela Brambilla, welche die neue Gruppierung als Sekretärin anführen soll, hat bereits Namen und Symbol der Partei in Brüssel notariell registrieren lassen. Das Projekt Berlusconis sorgt für Herzflimmern unter den Alliierten im Mitte-Rechts-Lager.

"Wieder einmal setzt Silvio Berlusconi nur auf sich selbst, kommentierten politische Beobachter in Rom. Hinter dem Plan einer neuen Mitte-rechts-Partei verberge sich das Misstrauen Berlusconis gegenüber seinen alliierten Partnern der rechten Alleanza Nazionale (AN) und der föderalistisch-orientierten Lega Nord. Diese zeigten sich über die Aussicht einer neuen Partei durchaus skeptisch.

"Die Lega stemmt sich gegen die Gründung einer einheitlichen Mitte-rechts-Partei. Wenn die Forza Italia und die AN damit einverstanden sind, können sie ohne uns vorgehen", betonte der Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Calderoli. Er schloss nicht aus, dass die Lega Nord aus dem Oppositionsbündnis austreten könnte, sollte Berlusconi seine neue Partei gründen. Die föderalistische Partei hatte sich schon in den vergangenen Monaten vehement gegen Pläne zur Gründung einer Mitte-rechts-Gruppierung gestemmt. Sie befürchtet den Verlust ihrer norditalienischen Identität.

Kritisch ist auch die rechte AN. "Die Partei der Freiheit darf nicht nur eine Schöpfung Berlusconis sein, obwohl wir ihn alle weiterhin als Chef der Mitte-rechts-Allianz anerkennen", betonte der AN-Parlamentarier Adolfo Urso. Anders sieht die Lage der Präsident der AN-Senatoren Altero Matteoli. "Im Mitte-rechts-Block verspürt man das Bedürfnis einer einheitlichen Partei. Fraglich ist, ob der politische Wille stark genug ist, um sie zu gründen", erklärte Matteoli.

(apa/red)