Berlinale 2012 von

"Goldener Bär" geht nach Italien

Regie-Brüder Paolo und Vittorio Taviani für "Cäsar muss sterben" ausgezeichnet

Berlinale 2012 - "Goldener Bär" geht nach Italien © Bild: Reuters

Der Goldene Bär der Internationalen Filmfestspiele Berlin geht nach Italien. Gewinner des Hauptpreises der 62. Berlinale ist "Cäsar muss sterben" ("Cesare deve morire") der Regie-Brüder Paolo und Vittorio Taviani. Das teilte die Jury am Samstagabend bei der feierlichen Zeremonie mit.

Der Große Preis der Jury ging an den ungarischen Film "Nur der Wind" ("Csak a szel") von Bence Fliegauf. Den Silbernen Bären für die beste Regie erhielt der deutsche Regisseur Christian Petzold für "Barbara".

Keine Preise für Minichmayr und Roisz
Der Silberne Bär für die beste weibliche Darstellerleistung ging an die Kongolesin Rachel Mwanza, womit es zu keiner neuerlichen Auszeichnung für Birgit Minichmayr kam. Die Österreicherin war im Wettbewerbsfilm "Gnade" von Matthias Glasner in der Hauptrolle zu sehen gewesen. Mwanza überzeugte die Jury der Berlinale als Laiendarstellerin in dem Film "Rebelle" des kanadischen Regisseurs Kim Nguyen, in dem sie eine Kindersoldatin mimt. Den Silbernen Bären als bester Schauspieler erhielt der Däne Mikkel Boe Folsgaard. Er spielt in dem Kostümfilm "Die Königin und der Leibarzt" von Nikolaj Arcel den dänischen König Christian VII.

Auch die zweite Chance für eine Österreicherin brachte keinen Bären. Im Kurzfilmwettbewerb überzeugte die portugiesische Produktion "Rafa" von Joao Salaviza die Jury, die Experimentalfilmerin Billy Roisz ging mit ihrem Musikvideo "zounk!" leer aus. Auch den Alfred-Bauer-Preis für ein Werk, das neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet, holte sich ein Portugiese. Miguel Gomes, der zuvor schon den Kritikerpreis der FIPRESCI abholen durfte, wurde für seinen Film "Tabu" geehrt.

Die weiteren Silbernen Bären gingen an den deutschen Kameramann Lutz Reitemeier für eine herausragende künstlerische Leistung im chinesischen Film "Bai lu yuan", die dänischen Drehbuchautoren Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg für "Die Königin und der Leibarzt" sowie die lobend erwähnte Schweizerin Ursula Meier für "L'enfant d'en haut". Den besten Erstlingsfilm schuf der Niederländer Boudewijn Koole mit "Kauwboy".

Die Hauptpreise der 62. Berlinale im Überblick:

GOLDENER BÄR:
"Cesare deve morire" (Cäsar muss sterben) von Paolo und Vittorio Taviani (Italien), Produzentin: Grazia Volpi

SILBERNER BÄR, GROSSER PREIS DER JURY:
"Csak a szel - Just the Wind" von Bence Fliegauf (Ungarn)

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE REGIE:
Christian Petzold für "Barbara" (Deutschland)

SILBERNER BÄR FÜR DIE BESTE DARSTELLERIN:
Rachel Mwanza (Kongo) in "Rebelle" von Kim Nguyen

SILBERNER BÄR FÜR DEN BESTEN DARSTELLER:
Mikkel Boe Folsgaard (Dänemark) in "Die Königin und der Leibarzt"

SILBERNER BÄR FÜR EINE HERAUSRAGENDE KÜNSTLERISCHE LEISTUNG:
Lutz Reitemeier für die Kamera von "Bai lu yuan" (China)

SILBERNER BÄR FÜR DAS BESTE DREHBUCH:
Nikolaj Arcel und Rasmus Heisterberg für "Die Königin und der Leibarzt" (Dänemark)

SILBERNER BÄR / LOBENDE ERWÄHNUNG:
"L'enfant d'en haut" von Ursual Meier (Schweiz)

BESTER ERSTLINGSFILM:
"Kauwboy" von Boudewijn Koole (Niederlande)

ALFRED-BAUER-PREIS:
"Tabu" von Miguel Gomes (Portugal)

GOLDENER BÄR FÜR DEN BESTEN KURZFILM:
"Rafa" von Joao Salaviza (Portugal)

SILBERNER BÄR FÜR KURZFILM:
"Gurehto Rabitto" von Atsushi Wada (Japan)