Berlin-Anschlag von

Berlin-Attentäter
bei Mailand erschossen

Verdächtiger soll bei einer Schießerei ums Leben gekommen sein

Berlin-Attentäter Amri erschossen © Bild: REUTERS/Stringer

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist tot. Anis Amri wurde Freitagnacht bei einer Straßenkontrolle im Mailänder Vorort Sesto San Giovanni von der Polizei erschossen. Dies bestätigte der italienische Innenminister Marco Minniti am Freitag in Rom. Amri ging der Polizei vor dem Bahnhof des Ortes bei einer normalen Straßenkontrolle ins Netz. Dabei habe er plötzlich eine Pistole gezogen, "Allah Akbar" gerufen und auf die Polizisten geschossen. Er verletzte einen von ihnen an der Schulter. Die Beamten hätten das Feuer erwidert und ihn getötet.

Anis Amri
© REUTERS/BKA/Handout via Reuters Anis Amri

Berliner Polizei bedankt sich

Die deutsche Bundesregierung hat den Tod des mutmaßlichen Attentäters von Berlin noch nicht offiziell bestätigt. "Ich würde sie da ein bisschen um Geduld bitten. Die Dinge sind im Fluss", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin. Die Regierung stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden.

Die Berliner Polizei hat sich bei ihren italienischen Kollegen bedankt für die Hilfe bei der europaweiten Suche nach dem mutmaßlichen Berliner Attentäter Anis Amri. "Grazie e pronta guarigione ai colleghi feriti", schrieb die Polizei am Freitag bei Twitter auf Italienisch. "Danke für die Unterstützung & gute Besserung dem verletzten Kollegen."

Schnellere Abschiebungen nach Tunesien

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt unterdessen auf schnellere Abschiebungen nach Tunesien. Sie habe mit dem tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi telefoniert, sagte Merkel am Freitag in Berlin. "Ich habe dem Präsidenten gesagt, dass wir den Rückführungsprozess noch deutlich beschleunigen und die Zahl der Zurückgeführten deutlich erhöhen müssen."

Bei der Frage der Rückführungen habe es im laufenden Jahr bereits Fortschritte gegeben. Nach dem Anschlag war bekannt geworden, dass eine Abschiebung des mutmaßlichen Täters gescheitert war

Mit dem Zug nach Italien

Amri war in der Nacht zu Fuß mit einem Rucksack unterwegs. Er hatte keine Dokumente bei sich und musste erst aufgrund seiner Fingerabdrücke identifiziert werden. Der Tunesier hatte in der Vergangenheit mehrere Jahre in Italien gelebt. Amri ist wohl mit dem Zug von Frankreich nach Italien gereist. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA vom Freitag kam der Terrorverdächtige aus Chambery nach Turin in der italienischen Region Piemont. Von dort nahm er die Bahn nach Mailand, wo er gegen 1.00 Uhr in der Nacht zum Freitag am Hauptbahnhof ankam. Darauf habe er sich zum Bahnhof Sesto San Giovanni begeben. Vor dem Bahnhof, auf dem Platz des 1. Mai, sei Amri nach Polizeiangaben um etwa 03.30 Uhr morgens den Polizisten begegnet, die ihn bei einem Schusswechsel töteten.

Der italienische Polizist, der auf einem Parkplatz unweit des Bahnhofes der Kleinstadt Sesto San Giovanni Amri, erschossen hat, ist ein 29-Jähriger aus dem sizilianischen Catania, der nur seit wenigen Monaten bei der Polizei ist und auf Probezeit im Einsatz war. Bei dem zweiten, von Amri angeschossenen Polizisten handelt es sich um einen 36-Jährigen aus Udine, der einer Schulteroperation unterzogen werden muss, berichteten italienische Medien. Er schwebt nicht in Lebensgefahr.

© Polizia di Stato press office/Handout via REUTERS Der verletzte Polizist

"In Italien ist die Kontrolle des Territoriums stark. Das hat uns ermöglicht, den Tunesier zu neutralisieren", kommentierte Innenminister Marco Minniti. Die Lokalisierung des Tunesiers sei einer "außerordentliche Zusammenarbeit aller Sicherheitskräfte Italiens" zu verdanken.

»Amri war ein äußerst gefährlicher Flüchtling, der andere Anschläge hätte verüben können«

Der getötete Verdächtige hätte weitere Anschläge verüben können. Dies berichtete der Mailänder Polizeichef Antonio De Iesu bei einer Pressekonferenz am Freitag. "Amri war ein äußerst gefährlicher Flüchtling, der andere Anschläge hätte verüben können", betonte De Iesu. Der Mann trug eine entsicherte Pistole mit sich, mit der er auf einen Polizisten geschossen hat, der ihn zur Kontrolle in Sesto San Giovanni nahe Mailand aufgehalten hatte. Amri hatte kein Telefon und keine Dokumente bei sich, in der Tasche hatte er "einige hunderte Euro", sagte der Polizeichef. Mit dem Fall beschäftigt sich jetzt die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Monza.

IS veröffentlicht Video von Amri

Das IS-Sprachrohr Amaq hat indes die Tötung von Anis Amri bestätigt. Auf der Webseite Amaqs wurde ein angebliches Video gezeigt, das Amri vor dem Anschlag in Berlin aufgenommen hatte, berichteten italienische Medien. In dem Video ruft der Tunesier Islamisten zu Anschlägen in Europa auf. "Kämpft auf dem Weg Gottes", rief der 24-Jährige. Im Video warnte er die Europäer: "Wir kommen, um euch wie Schweinen die Kehle durchzuschneiden". Laut dem zwei Minuten langen Video, das von italienischen Medien gezeigt wurde, bezeugte Amri seine Treue zum Islamischen Staat und seine Entschlossenheit, die bei Luftangriffen getöteten Muslime zu rächen. "Glaubt ihr, dass dieses Blut sinnlos vergossen wird? Wir werden uns rächen, wenn Gott es will", so Amri. Jeder Mensch, der in der Lage sei, zu kämpfen, solle Menschen in Europa töten.

Die italienische Polizei vermutete indes, dass die Pistole Kaliber 22, mit der Amri auf einen Polizisten in Sesto San Giovanni bei Mailand geschossen hatte, die selbe sei, mit der er den polnischen Lkw-Fahrer getötet haben könnte. Dabei handle es sich um eine nicht registrierte Waffe deutscher Produktion.

Kaum noch Zweifel

Nach dem Tunesier war seit Donnerstag mit Haftbefehl gefahndet worden. Es bestanden zuletzt kaum noch Zweifel, dass Amri für den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in der deutschen Hauptstadt mit mindestens zwölf Toten verantwortlich sein dürfte. Seine Fingerabdrücke wurden mehrfach an dem Lkw sichergestellt, der am Montagabend in die Stände nahe der Gedächtniskirche gerast war.

Es gebe weitere Hinweise, "dass dieser Tatverdächtige mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich der Täter ist", teilte der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere mit. Auf Amris Spur waren die Ermittler gekommen, als sie im Lastwagen seine Duldungspapiere fanden. Das geschah aber erst am Dienstag, weil die Fahrerkabine zunächst versiegelt worden war. Amri, der 2015 nach Deutschland einreiste, war Medienberichten zufolge in Italien und Tunesien bereits zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

In der Früh war die Berliner Polizei Spuren in einer Moschee nachgegangen. "Eine Festnahme hat es aber nicht gegeben", hieß es. Am Vortag hatten neue Hinweise zu Amri darauf hingedeutet, dass er nach dem Anschlag von Berlin Unterschlupf in der Hauptstadt gesucht hat. Der TV-Sender rbb veröffentlichte am Donnerstagabend Überwachungsbilder, die den Terrorverdächtigen knapp acht Stunden nach der Tat vor einem Berliner Moschee-Verein zeigen sollen.

»Stelle Dich, dann ist es für Deine Familie einfacher!«

Der mutmaßliche Berlin-Attentäter ist erst vor kurzem von seinem Bruder aufgefordert worden, aufzugeben und sich der Polizei zu stellen. "Wenn er mich gerade hört, dann sage ich ihm: Stelle Dich, dann ist es für Deine Familie einfacher", sagte Abdelkader Amri am Donnerstag vor Journalisten in seiner tunesischen Heimatstadt Oueslatia.

"Wenn mein Bruder hinter dem Angriff steckt, dann sage ich ihm: 'Du entehrst uns.'" Anis Amri stammt aus Oueslatia und hat acht Geschwister. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Tunesien war Amri dort mehrfach wegen Drogendelikten festgenommen worden.

Zwei Festnahmen wegen Anschlagsplänen

Wegen der möglichen Vorbereitung eines Anschlags auf das riesige Einkaufszentrum Centro Oberhausen hat die Polizei zwei Männer festgenommen. Nach einem Hinweis aus Sicherheitskreisen drangen Spezialeinheiten in der Nacht auf Freitag in eine Wohnung in Duisburger Stadtteil Marxloh ein. Die Verdächtigen, zwei im Kosovo geborene Brüder im Alter von 28- und 31 Jahren, sitzen vorerst in Gewahrsam.

Die Polizei geht nach ihren ersten Ermittlungen nicht davon aus, dass ein Anschlag unmittelbar geplant war. Auch wird keine Verbindung zu dem mutmaßlichen Berliner Lkw-Attentäter Anis Amri gesehen, der in den Morgenstunden des Freitag nahe Mailand bei einem Schusswechsel mit italienischen Polizisten getötet wurde.

Wie wird jetzt Weihnachten gefeiert?

Am bevorstehenden Silvesterabend wollen acht Prozent "aus Sicherheitsgründen voraussichtlich keine öffentliche Feier besuchen", vier Prozent ziehen eine Absage in Betracht. Die meisten halten allerdings an ihren Plänen fest: 56 Prozent feiern nach eigener Aussage "ohnehin im kleineren Kreis", 13 Prozent wollen wie geplant an größeren öffentlichen Feiern teilnehmen.

Nach dem Anschlag in Berlin hat der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) die konsequente Ausweisung von Asylbewerbern gefordert, die ihre Identität verschleiern. "Wer bei der Feststellung seiner Identität und Staatsangehörigkeit nicht mitwirkt oder sich hinter mehreren Identitäten versteckt, muss konsequent mit der Rücknahme des Asylantrags sanktioniert werden", sagte der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben).

Kommentare

Fakt ist: Totales Versagen von Politik, Polizei und Behörden davor und während der Tat!!!! Davon spricht niemand mehr???? Weiterwurschteln wie bisher, Polizei ist weiterhin nicht present!!!! Ganz Südoststeiermark bis Graz keine Polizei present!!!! Ist jetzt auch zu kalt!!!Autoraserei von 5 Uhr früh weg von den rücksichtslosen Ausländern, Polizeinicht sichtbar!!!!

amnesix melden

Perfekt gemacht! - Danke an die italienischen Polizeibeamten namens der Menschheit und baldige Besserung dem verletzten Polizisten ! - Ein unnötiges Kretin damit weniger auf der Welt, der wird niemandem abgehen, vergrabt diesen Terroristen irgendwo und dann vergessen wir ihn...unsere Trauer und Anteilnahme gilt den unschuldig Getöteten und den Verletzten !

annas melden

und vor allem der familie meine anteilnahme , aber : das ist jetzt egal, was hat er für eine erziehung gehabt, wo stammt er her, wer waren seine eltern, nichts gelernt , Beruf , etc. etc. , na hallo....

Kürzlich in Deutschland auf der Autobahn in eine Polizeikontrolle geraten.
Ihr Ausweis/Pass und Führerschein bitte!
Hab keinen.
Zuhause vergessen?
Nein, auf der Flucht verloren.
Sie sind geflüchtet?
Ja, aus Österreich… ääähhhh Ungarn, vor schlimmer politischer Verfolgung.
Dann wünsche ich Ihnen schöne Weihnachten und eine gute Weiterfahrt zum Sozialamt um das Geld abzuholen.
Danke, Tschüss.

Seite 1 von 1