Berichte waren falsch: Meldungen über Verwundung von Al-Kaida-Chef dementiert

Irakisches Ministerium meldete Verletzung Masris

Die USA haben Berichte über eine Verwundung des irakischen Al-Kaida-Chefs zurückgewiesen. Es gebe keine Hinweise darauf, erklärte die US-Armee am Freitag in Bagdad. Das irakische Innenministerium hatte die Nachricht verbreitet und als Erfolg im Rahmen der jüngsten Sicherheitsoffensive bezeichnet.

"Wir sind uns ziemlich sicher, dass Abu Ayyub al-Masri nicht getötet oder verletzt wurde. Wir glauben nicht einmal, dass er gestern in ein Gefecht verwickelt wurde", sagte Oberstleutnant Christopher Garver von der US-Armee. Vertretern des Innenministeriums zufolge soll Masri ("Der Ägypter") am Donnerstag mit einer Gruppe seiner Kämpfer nördlich von Bagdad in Kämpfe verwickelt und dabei verwundet worden sein. Auch eine Al-Kaida-nahe Gruppe aus dem Irak bezeichnete die Angaben in einer im Internet veröffentlichten Erklärung als falsch. Masris Vorgänger, Abu Musab al-Zarqawi, war im Juni 2006 bei einem US-Luftangriff getötet worden.

Die Offensive der irakischen und US-Soldaten stieß derweil nur auf geringen Widerstand. Es gebe vergleichsweise wenige Zwischenfälle, sagte ein Sprecher der US-Armee. Die Soldaten errichteten weitere Kontrollposten und durchsuchten Hochburgen der Schiiten. Irakische Politiker gehen davon aus, dass für die Zeit der Offensive viele Kämpfer das Land verlassen haben oder untergetaucht sind. Dazu gehöre auch der US-feindliche Schiiten-Führer Muktada al-Sadr. Dessen Anhänger haben jedoch erklärt, Sadr halte sich in Najaf auf.

Die Offensive gilt als letzter Versuch der USA, fast vier Jahre nach dem Einmarsch den Kreislauf der Gewalt im Irak zu durchbrechen. Die Entscheidung, dafür noch einmal mehr Soldaten in den Golfstaat zu entsenden, ist in den USA allerdings heftig umstritten.

(APA/red)