Bereits jede zweite Ehe in der EU scheitert: Klassische Familienverhältnisse sterben aus

Meisten Hochzeiten in Zypern, wenigsten in Slowenien Studie: Jedes 3. Kind kommt außerehelich zur Welt

Klassische Familienverhältnisse sind in der EU offenbar am Rückzug. Wie aus aktuellen Daten des EU-Statistikamtes zum "Tag der Familie" am 15. Mai hervorgeht, wird in den 25 Mitgliedstaaten mittlerweile fast jede zweite Ehe geschieden, kommt jedes dritte Kinde außerehelich zur Welt und sind zwei Drittel der Haushalte kinderlos.

Im Jahr 2004 wurden in der gesamten EU mehr als zwei Millionen Ehen geschlossen und etwa eine Million geschieden. Die meisten Hochzeiten wurden in Zypern verzeichnet (7,2 Eheschließungen je 1.000 Einwohner), die wenigsten in Slowenien (3,3). Österreich liegt mit 39.000 Hochzeiten bzw. 4,7 je 1.000 Einwohner ziemlich im EU-Schnitt (4,8).

Die Mitgliedstaaten mit den höchsten Scheidungsziffern waren die Tschechische Republik und Litauen (je 3,2). Die niedrigsten Ziffern verzeichneten Irland und Italien. Österreich findet sich auch bei den Scheidungen im EU-Mittelfeld. In Malta sind Ehescheidungen - zumindest offiziell - nicht möglich.

Auch bei Kindern ändern sich die Verhältnisse: 2004 wurden in den 25 EU-Staaten knapp 4,8 Millionen Kinder geboren, rund ein Drittel davon unehelich. Die höchste Geburtenziffer generell wies Irland (15,2 je 1.000 Einwohner) auf, gefolgt von Frankreich und Dänemark, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich. Die niedrigsten Ziffern verzeichneten Deutschland (8,6) hinter Lettland. Österreich liegt bei den Geburten mit 9,7 je 1.000 Einwohnern gleichauf mit Italien und Malta im unteren Drittel der Länder.

Zwei Drittel der Haushalte waren allerdings in der EU 2005 überhaupt kinderlos.

(apa)