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Anschlag in Brüssel

Unbekannter erschoss vier Menschen - Antisemitische Tat konnte nicht bestätigt werden

Nach dem Angriff auf das Jüdische Museum in Brüssel läuft die Fahndung nach dem Täter auf Hochtouren. Das Gewaltverbrechen forderte nach einem Medienbericht inzwischen ein viertes Menschenleben. Ein schwer verletzten Mann sei gestorben, berichtete die Tageszeitung "Le Soir" am Sonntag. Eine Bestätigung gab es zunächst nicht. Unter den Toten ist nach offiziellen Angaben ein Paar aus Israel.

Ein unbekannter Täter hatte in dem Museum in der Innenstadt aus noch ungeklärten Motiven um sich geschossen und dabei drei Menschen getötet. Der Verdächtige ist weiter flüchtig. Ermittler nahmen Stunden nach dem Anschlag eine Person fest - diese habe aber den Status eines Zeugen und nicht eines Verdächtigen.

Brüssel
© APA/EPA/OLIVIER HOSLET Der Tatort wird untersucht.

Die Staatsanwaltschaft will sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga am späten Vormittag erneut zu dem Anschlag äußern, dessen Hintergründe bisher unklar sind.

Antisemitisches Attentat nicht bestätigt

Die Polizei hat jedoch noch keinerlei Hinweise auf einen terroristischen oder antisemitischen Hintergrund. Entsprechende Mutmaßungen könnten nicht bestätigt werden, es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Sonntag.

Opfer aus Israel

Bei den drei Todesopfern handle sich neben zwei Israelis um eine Französin. Ein Belgier sei zudem lebensbedrohlich verletzt worden, sagte die Sprecherin. Bei den israelischen Opfern handelte es sich um ein Touristenpaar aus Tel Aviv, wie das israelische Außenministerium am Sonntag mitteilte. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuvor erklärt, die "mörderische Tat" sei "das Ergebnis einer permanenten Hetze gegen Juden und ihren Staat".

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© APA/EPA/OLIVIER HOSLET Die Schießerei fand im Jüdischen Museum statt

Jede Spur fehlt

Von dem Täter fehlt offenbar noch jede Spur. Mit Fotos aus einer Überwachungskamera werde sich die Polizei an die Bevölkerung wenden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Am Samstag war ein Zeuge vorübergehend festgenommen und verhört worden, er wurde aber wieder freigelassen.

Das Jüdische Museum in Brüssel hatte vor neun Jahren geöffnet. Es besitzt eine bedeutende Sammlung mit Objekten der jüdischen Geschichte. Das Attentat überschattet die Parlaments-, Regional- und Europawahlen in Belgien.

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