Bei Gartenarbeiten einen Schatz gefunden:
Entdeckung bei Aushebung eines Biotops

Wiener Neustadt: 650 Jahre alter wertvoller Schmuck Finder lagerte Schätze jahrelang in seinem Keller

Von einem "Märchen" hat am Karfreitag das Bundesdenkmalamt (BDA) berichtet. Eine Privatperson habe demnach in einem Garten im Raum Wiener Neustadt mehr als 200 Stück etwa 650 Jahre alte Schmuckgegenstände entdeckt. Es handle sich dabei um einen der "qualitativ bedeutendsten mittelalterlichen Schatzfunde in Österreich". Eine Präsentation wird am 2. Mai in der Wiener Hofburg stattfinden.

Dabei soll "eine große Anzahl", etwa 150 Stück, der Schmuckgegenstände gezeigt werden. Das BDA als zuständige Fachinstitution betreue den Finder, der anonym bleiben wolle, hieß es weiter. Dessen Wunsch sei es, "dieses bedeutende kulturelle Erbe" nach der wissenschaftlichen Bearbeitung "der Öffentlichkeit zugänglich zu machen".

Entdeckt wurde der mehr als 200 Gegenstände umfassende Schatz bereits vor einigen Jahren beim Ausheben eines Biotops, sagte Karin Derler vom Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Steiermark, zur APA. Der Finder sei und bleibe "zu 100 Prozent Eigentümer". Die Goldschmiede-Arbeiten seien "atemberaubend".

"profil" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unter dem Titel "Kleinodien im Plastiksack" von dem Fund von Gewandspangen, Fingerringen, Gefäßfragmenten und Gürtelschnallen "anno 2007". Ein Gespräch mit dem Wochenmagazin sei "der einzige Medienkontakt" des Mannes, der seinen Namen nicht verrate. Dass der Schatz überhaupt ins BDA gelangte, sei der Tatsache zu verdanken, dass der Finder 2010 sein Haus verkauft hatte.

In den Keller verbannt
Beim Räumen des Objektes habe er die in Kisten verwahrten Gegenstände, denen er "zunächst nicht allzu viel Bedeutung beigemessen und diese in den Keller verbannt" habe, wieder entdeckt. Die Fundstücke seien "anfangs von feuchten Erdklumpen umschlossen" gewesen, so dass "ihre Formen kaum erkennbar waren". Der Mann habe die Stücke in der Folge "mit den haushaltsüblichen Mitteln, etwa mit Pril, gereinigt", erzählte er laut "profil". Dann habe er die Objekte fotografiert und die Dokumentation mit Bitte um Hilfe bei deren Identifikation in ein einschlägiges Internetforum gestellt. Angebote seien gefolgt, ein Hobbyarchäologe habe dem "Zufallsschatzfinder" schließlich nahegelegt, seine Entdeckung dem dafür eigentlich zuständigen BDA zu melden - was auch geschah.

Dem Wochenmagazin zufolge umfasst das Konvolut "153 Ganzstücke und Fragmente sowie rund 75 Kleinstfragmente, großteils aus vergoldetem Silber". Manche der Schmuckstücke seien "mit Perlen, mit Steinen und - wahrscheinlich - mit fossilen Korallen besetzt". Der monetäre Wert des Schatzes werde sich erst nach Beendigung aller Untersuchungen abschätzen lassen.

(apa/red)

Kommentare

Glückwunsch! Der Finder sei und bleibe "zu 100 Prozent Eigentümer".

So gehört es sich!

Seite 1 von 1