Wien errichtet neue
Begegnungszonen

In Wien ist demnächst auf einer Reihe von Straßenzügen das Gehen auf der Fahrbahn erlaubt. Die temporären Begegnungszonen werden laut dem Büro von Verkehrsstadträtin Birgit Hebein bereits morgen, Freitag, eingerichtet. Die Montage der entsprechenden Hinweistafeln wird vermutlich bis zum Nachmittag abgeschlossen sein. Ab dann gilt bereits die neue Regelung.

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Begegnungszonen © Bild: APA/Schlager

Die neuen, bis Anfang Mai befristeten Zonen starten in der Landstraße, Josefstadt, Ottakring und Währing, wie am Donnerstag in einer Pressekonferenz angekündigt wurde. Im Laufe der Woche kommen weitere in der Leopoldstadt, Wieden, Margareten, Neubau und Favoriten dazu. Online sind diese unter https://coronavirus.wien.gv.at/site/mehr-raum-zum-rausgehen/ bereits zu finden.

Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise in Österreich

Es handelt sich dabei im zweiten Bezirk um den Straßenzug Alliiertenstraße-Pazmanitengasse, in Wieden bzw. Margareten werden Kettenbrückengasse, Große Neugasse, die Schaumburgergasse von Wiedner Hauptstraße bis Waltergasse, die Waltergasse und die Graf Starhemberg-Gasse von Waltergasse bis Südtiroler Platz umfunktioniert. Die Kandlgasse und die Hermanngasse von Westbahnstraße bis Kandlgasse kommen in Neubau zum Zug.

Verkehrsministerin zeigt sich erfreut

In Favoriten wird zum einen die Fernkorngasse von der Raxstraße bis zur Quellenstraße und von der Pernerstorfergasse bis zur Hasengasse Begegnungszone. Auch die Rotenhofgasse von der Triester Straße bis Zur Spinnerin und von der Sonnleithnergasse bis zum Reumannplatz sowie die Buchengasse von Herndlgasse bis Schrankenberggasse gehören zur zweiten Tranche.

Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) zeigte sich erfreut über die Einrichtung der neuen Spazierstraßen. "Viele haben nicht das Glück, einen Garten oder einen Balkon zu haben. Sie müssen vor die Tür, damit ihnen zuhause nicht die Decke auf den Kopf fällt. Viele Menschen müssen trotz der aktuellen Einschränkungen in die Arbeit oder zum Einkauf. Für all jene gibt es jetzt Platz und das ist gut so", sagte sie in einer Aussendung.

Sie erinnerte daran, dass die jüngsten Änderungen der Straßenverkehrsordnung ermöglichen, auf einzelnen Straßen die Fahrbahn dauernd oder für bestimmte Zeiten für Fußgänger freizugeben. Möglich sei dies, wenn keine "erheblichen Interessen am ungehinderten Fahrzeugverkehr" entgegenstehen, hieß es. Das Zufahren, etwa zu Garageneinfahrten, sei genauso wie das Fahrradfahren auf den betroffenen Straßenabschnitten weiterhin erlaubt.

FPÖ: Vor "grüner Hanfidee" in die Knie gegangen

Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) begrüßte in einer Aussendung die Maßnahme. Denn Abstand halten sei wichtig, um das Coronovirus eindämmen zu können. Jedoch seien viele Gehsteige in Wien zu schmal. Betroffen seien dabei alle Bezirke, wie auch eine heute veröffentlichte Studie des Instituts für Raumplanung der TU-Wien zeige, so der VCÖ.

Wenig begeistert zeigte sich hingegen der nicht amtsführende Vizebürgermeister Dominik Nepp (FPÖ): "Mit dem heutigen Tag haben die Grünen in Wien endgültig das Ruder in der Verkehrspolitik übernommen." Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sei vor der "grünen Hanfidee" in die Knie gegangen, beklagte er in einer Aussendung.