Begas-Affäre von

Simandl verhaftet

Wegen Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr festgenommen

Rudolf Simandl im Jahr 2010 © Bild: APA/Begas

Ex-Begas-Vorstand Rudolf Simandl sei laut Medienberichten Mittwochabend in Graz wegen Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr festgenommen worden. Er sei Mitte der Vorwoche krankheitsbedingt nicht zu einer Befragung bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft erschienen. Morgen werde der Haftrichter über die Verhängung der Untersuchungshaft entscheidet. Sein Anwalt Roland Kier sagt, es gebe "keinen einzigen Haftgrund". Das Magazin "NEWS" hatte bereits am gestrigen Mittwoch geschrieben, dass Ermittler in den Akten von "Haftgründen" und "Zwangsmaßnahmen" geschrieben hätten, die aufgrund von "vorliegenden neuen Erkenntnissen" jetzt "möglich erscheinen".

Vorwürfe gegen Simandl gibt es seit einem Jahr. Unter anderem, weil er in Liechtenstein Ende 2011 ein Vermögen von 14 Mio. Euro angehäuft hatte, dessen Entstehen Simandl selber auf "Veranlagungserfolge" mit Gold zurückführt. Davon soll aber nur mehr ein Teil vorhanden sein.

Mitte März zahlte dann die Baufirma Ortner 2,6 Mio. Euro an die Begas und begründete dies damit, dass sie in der Vergangenheit hohe Bargeldbeträge an Simandl übergeben habe und nun nicht ausschließen könne, dass Simandl dieses Geld nicht für Begas-Projekte verwendet, sondern selbst eingesteckt habe. Da man nie die Absicht gehabt habe, an derartigen Malversationen mitzuwirken, zahle man das Geld nun zurück, um die Begas schadlos zu halten.

Ein weiterer Vorwurf, wegen dem ermittelt wird, betrifft einen burgenländischen Autohändler. Simandl soll von ihm einen Pkw im Wert von rund 40.000 Euro zur Privatbenutzung erhalten haben. Bezahlt worden sei vom Ex-Begas-Chef jedoch nicht mit Geld - sondern in Form von Gas-Gutscheinen.

Vier Gastronomen im Visier

Vier Gastronomen wieder sind im Visier der Staatsanwaltschaft, weil sie Simandl Restaurant-Gutscheine ausgestellt haben, die er dann privat konsumiert habe. Die Rechnungen sollen laut "News" aber mit erfundenen Rechnungstexten an die Begas gegangen und vom Gasversorger auch bezahlt worden sein.

Die Grünen haben Simandl vorgeworfen, bei der Vergabe eines Auftrages an einen Zivilingenieur überhöhte Honorare gezahlt zu haben, eine Woche später habe der selbe Zivilingenieur dann mit Simandls Sohn ein Zinshaus in Wien gekauft. Hier sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Auch soll Simandl den Grünen 2006 Parteienfinanzierung angeboten haben, falls sie auf ihren Widerstand gegen eine geplante Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz aufgeben.

Branchenunüblich hohe Gagen

In der Kritik stehen auch branchenunüblich hohe Gagen und eine Zusatzpension von angeblich 2,5 Mio. Euro für Simandl, angebliche Sondertarife für den Gasbezug und Unregelmäßigkeiten bei der Verrechnung von Kilometergeld.

Simandl weist alle Vorwürfe zurück, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

In der ganzen Causa ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft inzwischen gegen zwölf Beschuldigte. Dazu gehören neben Simandl, sein langjähriger Stellvertreter Reinhard Schweifer, zwei Manager, ein Architekt, der Bauunternehmer Klaus Ortner, der Autohändler und die vier Gastronomen sowie ein Steuerberater.

Simandl ist bereits bei Bekanntwerden der ersten Vorwürfe im April des Vorjahres entlassen worden.

Kommentare

War Herr Simandl nicht auch Eigentümer von Pöttelsdorfer Edelputenschlachthof ist auch hier beim Verkauf von Stiftung zu Stiftung etwas nicht klar???

schade dass man simandl nicht länger in haft behalten wird, wahrscheinlich wegen haftunfähigkeit aus psychischen gründen!! dabei hätte man ihm schon zig jahre vorher auf seine machenschaften auf die schliche kommen sollen, aber auch diesmal wird nix passieren oder wie schauts denn beim herrn lieben graf mensdorff aus?

Oliver-Berg

Sieht man im armen Österreich immer wieder. Man muss jemanden gehörige auf die Zehen steigen um solche Machenschaften aufzudecken. Leider werden nur unbedeutende Fische gefangen. Hier hat sich wohl Simandl den Zorn der SPÖ zugezogen. Was bei der ÖVP passiert sieht man anhand von KHG und Strasser. Es hängt davon ab, wie viel jemand ausplaudern könnte, ob er zur Rechenschaft gezogen wird oder nicht.

VIPNWA1

aufdecken, dann wieder zudecken, vergessen und das in össiland, keinem passiert hier was, egal ob rot, schwarz, grün, blau... kein staatanwalt will sich die finger verbrennen mit einem urteil

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