Begas-Affäre von

Anwalt: "Es geht ihm furchtbar"

Haftrichter verhängte Untersuchungshaft gegen Ex-Vorstand Rudolf Simandl

Rudolf Simandl im Jahr 2010 © Bild: APA/Begas

Ex-Begas-Vorstand Rudolf Simandl sei Mittwochabend in Graz wegen Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr festgenommen worden, hieß es auf ORF-Burgenland bzw. im Ö1-Abendjournal. Er sei Mitte der Vorwoche krankheitsbedingt nicht zu einer Befragung bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft erschienen. Sein Anwalt Roland Kier sagt dem ORF hingegen, es gebe "keinen einzigen Haftgrund". Das Magazin NEWS hatte bereits am gestrigen Mittwoch geschrieben, dass Ermittler in den Akten von "Haftgründen" und "Zwangsmaßnahmen" geschrieben hätten, die aufgrund von "vorliegenden neuen Erkenntnissen" jetzt "möglich erscheinen". Am Freitag verhängte der Haftrichter die Untersuchungshaft.

Dem früheren Chef des burgenländischen Gasunternehmens geht es laut seinem Anwalt Roland Kier "furchtbar." Simandl sei "schwer depressiv", teilte sein Anwalt Roland Kier der APA mit. Simandl werden laut Kier "eine Reihe von Untreuehandlungen" sowie Abgabenhinterziehung vorgeworfen. Simandl sei nahezu nicht ansprechbar und kaum einzuvernehmen.


Für Kier ist die Festnahme nach wie vor unverständlich. Auch für eine mögliche Verhängung der Untersuchungshaft sehe er keinen Grund. Zu den Behauptungen, Simandl habe sich einer Ladung widersetzt, hielt er fest: "Das ist absolut unwahr." Auch Berichte über eine Festnahme im Spital seien nicht korrekt. Simandl hatte sich in ärztlicher Behandlung in einem Krankenhaus befunden. Die Festnahme wegen Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr erfolgte jedoch in Wien.

Für Simandl sei das eine enorme Belastung. "Er sitzt da und starrt die Wand an." Den Ex-Vorstand könne man wahrscheinlich "in den nächsten zwei Monaten nicht einvernehmen". Simandl erhalte starke Medikamente.

Vorwürfe seit langem bekannt

Eine Entscheidung über die Untersuchungshaft "dürfte heute im Laufe des Tages fallen", erklärte der Anwalt. Zuständig ist das Landesgericht für Strafsachen in Wien.Simandl wird unter anderem Untreue und Abgabenhinterziehung vorgeworfen. Simandl weist alle Vorwürfe zurück, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Vorwürfe gegen Simandl gibt es seit einem Jahr. Unter anderem, weil er in Liechtenstein Ende 2011 ein Vermögen von 14 Mio. Euro angehäuft hatte, dessen Entstehen Simandl selber auf "Veranlagungserfolge" mit Gold zurückführt. Davon soll aber nur mehr ein Teil vorhanden sein. Mitte März zahlte dann die Baufirma Ortner 2,6 Mio. Euro an die Begas und begründete dies damit, dass sie in der Vergangenheit hohe Bargeldbeträge an Simandl übergeben habe und nun nicht ausschließen könne, dass Simandl dieses Geld nicht für Begas-Projekte verwendet, sondern selbst eingesteckt habe. Da man nie die Absicht gehabt habe, an derartigen Malversationen mitzuwirken, zahle man das Geld nun zurück, um die Begas schadlos zu halten.

Überhöhte Honorare gezahlt?

Ein weiterer Vorwurf, wegen dem ermittelt wird, betrifft einen burgenländischen Autohändler. Simandl soll von ihm einen Pkw im Wert von rund 40.000 Euro zur Privatbenutzung erhalten haben. Bezahlt worden sei vom Ex-Begas-Chef jedoch nicht mit Geld - sondern in Form von Gas-Gutscheinen.

Vier Gastronomen wieder sind im Visier der Staatsanwaltschaft, weil sie Simandl Restaurant-Gutscheine ausgestellt haben, die er dann privat konsumiert habe. Die Rechnungen sollen laut "News" aber mit erfundenen Rechnungstexten an die Begas gegangen und vom Gasversorger auch bezahlt worden sein.

Die Grünen haben Simandl vorgeworfen, bei der Vergabe eines Auftrages an einen Zivilingenieur überhöhte Honorare gezahlt zu haben, eine Woche später habe derselbe Zivilingenieur dann mit Simandls Sohn ein Zinshaus in Wien gekauft. Hier sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Auch soll Simandl den Grünen 2006 Parteienfinanzierung angeboten haben, falls sie auf ihren Widerstand gegen eine geplante Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz aufgeben.

Sehr hohe Gage und Zusatzpension

In der Kritik stehen auch branchenunüblich hohe Gagen und eine Zusatzpension von angeblich 2,5 Mio. Euro für Simandl, angebliche Sondertarife für den Gasbezug und Unregelmäßigkeiten bei der Verrechnung von Kilometergeld.

In der ganzen Causa ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft inzwischen gegen zwölf Beschuldigte. Dazu gehören neben Simandl, sein langjähriger Stellvertreter Reinhard Schweifer, zwei Manager, ein Architekt, der Bauunternehmer Klaus Ortner, der Autohändler und die vier Gastronomen sowie ein Steuerberater. Simandl ist bereits bei Bekanntwerden der ersten Vorwürfe im April des Vorjahres entlassen worden.

Untersuchungshaft über Ex-Begas-Chef verhängt

Über den früheren Begas-Vorstand Rudolf Simandl ist am Freitag die Untersuchungshaft wegen Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr verhängt worden. Das teilte Christina Salzborn, Leiterin der Medienstelle am Landesgericht für Strafsachen in Wien der APA mit. Simandl war in der Nacht auf Donnerstag festgenommen worden. Sein Verteidiger Roland Kier habe bereits Beschwerde angemeldet. Daher endet die Haftprüfungsfrist nicht wie normal in 14 Tagen, sondern in einem Monat und somit am 5. Mai.

Dem Ex-Begas-Chef wird unter anderem Untreue und Abgabenhinterziehung vorgeworfen. Simandl weist alle Vorwürfe zurück, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Kommentare

VIPNWA1

Mir gehts auch ganz furchtbar, folgende Ursachen sind hat mir der Arzt diagnostiziert, diese Politiker, Gauner und freilaufende Diebe, EU, Schuldentilgungen an EU Mitgliedsstaaten, Arbeitslosigkeiten, Schönfärberei und Ausreden, "und was ich dagegen machen könnte?" Nicht alt werden :-(

DAS IST DOCH NORMAL ! DAS IST DER KAVIA ENTZUG !

jetzt ist er befindlich? Beim Einsacken hat er sicherlich keine Depressionen gehabt! Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Er soll weiterhin im Häfen bleiben. Wieso soll es hier unterschiede geben? ein kleiner Gauner hat auch Depressionen, aber darum kümmert sich keiner, also - auch bei ihm einfach ignorieren.

Schon etwas komisch, wie wehleidig die Herrn dann plötzlich sind.

wenns ihm soo schlecht geht sollte er doch sofort aus der u-haft dürfen!! was ist das für eine grausliche justiz!!!

Ein zweiter Fall Elsner? Zuerst absahnen und dann nix wissen. Und natürlich gilt die Unschuldsvermutung *g*

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