Beach-Volleyball von

Wiener Donauinsel soll
wieder "Epizentrum" sein

Nach der WM-Premiere im Vorjahr wird die Wiener Donauinsel von 1. bis 5. August wieder Austragungsort eines Beachvolleyball-Großturniers sein.

Zum ersten Mal geht der Mega-Event als Schauplatz der World Tour, ausgerichtet vom Weltverband (FIVB), über die Bühne. Das Team um Organisator Hannes Jagerhofer will den Standort Wien in den kommenden drei Jahren als fixe Größe im Saisonkalender etablieren.

Bei der WM im Vorjahr besuchten 180.000 Zuschauer bei bestem Wetter den zehntägigen Event, das Fazit der Organisatoren fiel nach der Premiere vollumfänglich positiv aus. "Wie kann man so eine Geschichte toppen? Es ist ganz schwer", sagte Jagerhofer am Montag vor Journalisten. Er will es freilich versuchen. "Indem wir den Leuten vieles angenehmer machen." Gemeint sind damit noch mehr Gastronomie-Angebote, Beach-Partys, VIP-Pässe, leichtere Zugangswege. "Mit Wien haben wir eine Zwei-Millionen-Stadt hinter uns", erklärte Jagerhofer, der wieder 100.000 Zuschauer erwartet: "Wir haben im Vorjahr gezeigt, was hier möglich ist."

Aufbauarbeiten laufen auf Hochtouren

Die Aufbauarbeiten für die größte Sandkiste des Landes laufen bereits auf Hochtouren. Am Montag nahmen Jagerhofer, Vertreter der Stadtpolitik sowie die heimischen Beach-Asse Clemens Doppler und Alexander Horst die erste LKW-Ladung Sand in Empfang. Gemeinsam setzten sie anschließend den symbolischen Spatenstich zu einem Turnier, das der WM in seinen Dimensionen um nichts nachstehen soll.

Das betrifft etwa die Größe des Stadions, das gedreht wird und dessen Tribüne bis zu 8.000 Zuschauer fasst. 2.000 Plätze weniger als bei der WM würden der Stimmung am Center Court keinen Abbruch tun, so Jagerhofer: "Die Tribünen sind steiler, die Arena wird so noch mehr zu einem Hexenkessel." Auch die Location nahe der Floridsdorfer Brücke ist dieselbe. Sicherheits- und Verkehrskonzept - 90 Prozent der Besucher kamen mit den Öffis - hätten sich bewährt. Das Veranstaltungsgelände umfasst 49.000 Quadratmeter, inklusive von vier Side Courts, die dauerhaft stehenbleiben und der Bevölkerung kostenlos zugänglich sind.

Zumindest die nächsten drei Jahre soll Wien der heimische "Hotspot" für Beach-Volleyball sein. Im Februar hatte der Wiener Gemeinderat ein einstimmiges Bekenntnis abgegeben. Ergänzt durch Sponsoren ist es Jagerhofer gelungen, für das 5*-Turnier (höchste Kategorie) ein Budget von sieben Millionen Euro auf die Beine zu stellen. Das Preisgeld beträgt 600.000 Euro, je 300.000 für Männer und Frauen. "Dass bei uns nicht nach Geschlechtern unterschieden wird, darauf sind wir stolz", sagte Jagerhofer und verwies auf eine Statistik, wonach 60 Prozent der WM-Besucher weiblich gewesen seien.

"Highlight des Jahres" für Doppler/Horst

Für Doppler und Horst, die im Vorjahr sensationell Silber geholt hatten, ist der Heim-Event "das Highlight des Jahres" (Horst). Doppler stellte die Vorjahres-Erfahrungen sogar über jene von Olympia 2016 in Brasilien. "Wir wissen ja seitdem, was es heißt, in einem brasilianischen Hexenkessel gegen Brasilianer zu spielen. Es ist mit Wien trotzdem nicht zu vergleichen." Wien sei nicht nur Sportevent, es habe auch Festivalcharakter. "Die Mischung macht es aus. Das toppt auch Rio, Wien ist das beste Turnier der Welt."

© APA/HANS PUNZ

23 Tage vor dem Beginn stehen Österreichs Beach-Volleyball-Aushängeschilder "mit ähnlichen Vorzeichen" wie damals da. "Die Formkurve geht absolut in die richtige Richtung. Wir haben jetzt zweimal die Gruppe gewonnen, waren zweimal hintereinander im Achtelfinale", erklärte Doppler. Die Latte liegt natürlich hoch. "Es ist schwierig zu sagen, das Ziel ist wieder das Finale. Das wäre natürlich ein Traum. Aber bei dieser Dichte ist alles möglich: vom ersten bis zum letzten Platz", ergänzte Horst.

»Mit dem Publikum im Rücken ist vieles möglich. Wien ist einzigartig«

Der 37-jährige Doppler freut sich auf den "dritten Mann". "Mit dem Publikum im Rücken ist vieles möglich. Wien ist einzigartig. Das wünschen sich alle Spieler, die auf der World Tour spielen." Partner Horst ergänzte: "Wir sind auch im Vorjahr oft schlecht gestartet, konnten das Spiel aber mit dem enormen Push von den Zuschauern noch einmal drehen. Das war Gänsehautfeeling."

Doppler strich die besondere Atmosphäre heraus. "Hier sitzen Großeltern neben - im besten Sinne - wahnsinnigen Partywütigen, aber es gibt keine Probleme." Den Sportlern sei es großes ein Anliegen, dass ihre Zuschauer eine gute Zeit verbrächten. "Gerade in Zeiten, wo man sich die Nachrichten ob der ganzen Negativ-Schlagzeilen gar nicht anschauen kann. Die Leute wollen positive Emotionen erleben - Beach-Volleyball ist hierfür das perfekte Beispiel."

Hanke zeigt sich als begeisterter Fan

Das will auch die Stadt Wien erkannt haben. Finanz-Stadtrat Peter Hanke zeigte sich als begeisterter Fan. Beach-Volleyball gebe der Stadt ein anderes Image. "Neben unseren kulturellen Angeboten machen wir Wien durch solche Events auch für junge Menschen besonders attraktiv", sagte Hanke. Nicht zuletzt profitiere die Stadt als Wirtschaftsstandort auch in pekuniärer Hinsicht. Die WM-Bilanz: 55.000 Nächtigungen, 11 Millionen Euro Umsatz und rund 74 Millionen Euro an internationalem Werbewert.

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