BBC-Reporter im Gazastreifen entführt:
Nun ist dramatisches Video aufgetaucht

Johnston muss in Aufnahme Sprengstoffgürtel tragen Hamas will sich weiter um Freilassung bemühen

BBC-Reporter im Gazastreifen entführt:
Nun ist dramatisches Video aufgetaucht

Der im Gazastreifen verschleppte BBC-Korrespondent Alan Johnston hat in einem dramatischen Appell vor seiner gewaltsamen Befreiung gewarnt. Er müsse einen Sprengstoffgürtel tragen, den seine Entführer bei einer Befreiungsaktion zur Explosion brächten, sagte Johnston in einem Video.

Johnston ist seit dem 12. März in der Hand der Extremisten-Gruppe "Armee des Islam" (Jaish al-Islam), die von Großbritannien eine Freilassung muslimischer Gefangener fordern. Die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, hatte vor einer Woche ultimativ die Freilassung des BBC-Journalisten gefordert und mit dessen gewaltsamen Befreiung gedroht.

Der abgesetzte Hamas-Regierungschef Ismail Haniyeh hat sein Bemühen um eine Freilassung Johnston unterdessen unterstrichen. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass seine Gefangenschaft weiter andauert", sagte Haniyeh in Gaza.

Er habe das Video gesehen, das Johnstons in einer orangefarbenen Jacke sowie mit einem Bombengürtel gezeigt habe. "Das muss aufhören, das kann so nicht weiter gehen", sagte der Politiker der radikalislamischen Hamas.

Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri warf der palästinensischen Autonomiebehörde vor, Bemühungen der Hamas um Jonstons Freilassung zu behindern. Es gebe Versuche, die "großen Erfolge der Hamas im Hinblick auf eine Wiederherstellung der Ruhe auf den Straßen von Gaza und die Auswirkungen der Hamas-Bemühungen zur Befreiung des Journalisten Johnston zu sabotieren", erklärte er. Mitarbeiter der Autonomiebehörde würden von Ramallah im Westjordanland daran arbeiten, Johnstons Geiselhaft zu verlängern. "Es gab Kontakte über besondere Kanäle aus Ramallah zu den Entführern", versicherte Suhri. Der palästinensische Geheimdienstchef Tawfik al-Tirawi wies die Vorwürfe zurück.

Im Gazastreifen wurde bisher keine Geisel so lang gefangengehalten wie Johnston. Zu der Entführung hatte sich die Gruppe "Armee des Islam" ("Jaish al-Islam") bekannt.

(apa/red)