Bayern München von

Bayern wittert Chance

Deutsche träumen weiter vom Finale im eigenen Stadion und versprühen Optimismus

Bayern München - Bayern wittert Chance © Bild: GEPA/Witters/Hangst

Der David Alaba) in der Retourpartie am kommenden Mittwoch über sich hinauswachsen, die Leistung im ersten Duell mit dem spanischen Rekordmeister stimmt Trainer Jupp Heynckes aber optimistisch.

"Ich denke, insgesamt war das sehr verdient. Wir haben es am Ende geschickt über die Runden gebracht", meinte Heynckes und lobte seine Schützlinge. "In einem Champions-League-Halbfinale muss man Leidenschaft, Gier und Hunger zeigen, das haben meine Spieler heute gemacht."

Wie der Bayern-Coach hatte auch Mario Gomez, in der 90. Minute Schütze des Siegestores, wenig zu bemängeln: "Wir haben das sehr, sehr gut gemacht bis auf zehn Minuten nach der Pause. Aber wir haben natürlich ein gefährliches Ergebnis, ein 1:0 für Real reicht."

Bayern rechnen sich Chancen in Madrid aus
Philipp Lahm, der den Gomez-Treffer optimal vorbereitete, fühlt sich in der Ausgangsposition hingegen relativ wohl. "Jetzt muss in Madrid der Gegner ein bisschen kommen, das spielt uns natürlich in die Karten", vermutete der Kapitän. Diese Ansicht teilte auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. "Allein mit einem Sieg nach Madrid zu fahren, ist schon eine ganz andere Situation. Das ist für Real natürlich schwierig. Sie müssen offensiver spielen."

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sprach nach dem Schlusspfiff von einem "emotionalen Spiel". "Wir haben das Glück auf unserer Seite gehabt und fahren nicht chancenlos nach Madrid." Der frühere Weltklasse-Stürmer verwies auch auf einige Fehlentscheidungen von Referee Howard Webb. "Das Match hätte einen besseren Schiedsrichter verdient gehabt."

Schiedsrichter Howard Webb nicht fehlerlos
Der Engländer, Leiter des WM-Finales 2010, zeigte unter anderem für ein brutales Einsteigen von Marcelo gegen Thomas Müller nur die Gelbe Karte und wurde von seinem Assistenten nicht darauf hingewiesen, dass dem ersten Bayern-Tor durch Franck Ribery eine Abseitsstellung von Luiz Gustavo vorangegangen war. Real-Trainer Jose Mourinho, normalerweise kein Freund der Unparteiischen, zeigte sich dennoch gnädig. "Auch einem Schiedsrichter können Fehler passieren."

Dem Portugiesen wurde von spanischen Medienvertretern aufgrund seiner Auswechslungen und taktischen Änderungen eine Mitschuld an der Niederlage vorgeworfen, trotzdem zeigte er sich kämpferisch. "Es ist keine Schande, ein Champions-League-Halbfinale in München zu verlieren, aber ich denke, ein Unentschieden wäre das richtige Ergebnis gewesen. Doch wir sind in einer guten Position, um das Finale zu erreichen."

Spanische Presse schießt sich auf Coentrao ein
Einer, der in der spanischen Presse besonders schlecht wegkam, war Fabio Coentrao, der mit Ribery und Arjen Robben seine Probleme hatte und auch Lahms entscheidendes Zuspiel auf Gomez nicht verhindern konnte. Die Sporttageszeitung "Marca" vermutete sogar, das die Fans von Coentraos Ex-Club Benfica ihrem Präsidenten bereits eine Statue errichtet hätten, weil dieser Real überzeugen konnte, 30 Millionen Euro für den Verteidiger hinzublättern.

Dennoch sah das Blatt gute Chancen, zum Finale nach München zurückzukehren und befand: "Özils Tor kann Gold wert sein." Für den deutschen Teamspieler selbst ist das gar keine Frage. "Ich bin überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. Wir sehen uns wieder in München", kündigte der 23-Jährige an.