Fakten von

Bayerischer SPD-Politiker in Sexskandal festgenommen

Staatsanwaltschaft findet Kinderpornografie und erhebt Missbrauchsvorwurf

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat den bayerischen SPD-Politiker Linus Förster festnehmen lassen. Gegen den 51-jährigen Landtagsabgeordneten habe sich der dringende Tatverdacht auf weitere Straftaten ergeben, teilten die Ermittler am Freitag mit. Förster werden nun auch schwerer sexueller Missbrauch eines widerstandsunfähigen Menschen und der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen.

Bisher war nur bekannt, dass Förster heimlich Sex mit einer Prostituierten gefilmt haben soll und dass er bei einem anschließenden Streit die Frau verletzt und sich deshalb einer Körperverletzung schuldig gemacht haben soll. Diese Vorwürfe der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und der vorsätzlichen Körperverletzung sind ebenfalls Teil des nun vollzogenen Haftbefehls.

Förster wurde am Freitag einer Haftrichterin des Amtsgerichts Augsburg vorgeführt. Diese habe ihm den Haftbefehl eröffnet und in Vollzug gesetzt. Anschließend sei er in eine Justizvollzugsanstalt überstellt worden.

Zu den einzelnen Straftaten wollte die Staatsanwaltschaft keine weiteren Auskünfte geben. Förster gehörte zu den führenden Köpfen der Landes-SPD. Er war Präsidiumsmitglied, Vorsitzender des SPD-Bezirks Schwaben und seit 2003 Landtagsabgeordneter.

Förster war nach Bekanntwerden der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen Mitte November aus der SPD ausgetreten und hatte dann auch angekündigt, sein Mandat im bayerischen Landesparlament zum Ende des Jahres niederzulegen. Seine Immunität wurde am Mittwochabend aufgehoben. Das ist nötig, damit die Behörde zum Beispiel Anklage erheben oder einen Strafbefehl erlassen kann.

2014 hatte die Affäre des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy für Schlagzeilen gesorgt. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt, weshalb er sein Bundestagsmandat niederlegte. Das Gerichtsverfahren wurde gegen die Zahlung von 5000 Euro eingestellt.

Kommentare