BAWAG droht in USA neues Ungemach: Laut NEWS bereitet jetzt auch Ed Fagan Klage vor

Anwalt zu Rettungspaket: "Wo Geld ist, wird geklagt" US-Vergleich könnte sich über Jahre hinziehen

Der BAWAG, die dabei ist, einen "Globalvergleich" mit allen US-Sammelklägern auszuverhandeln und damit die US-Justizprobleme beenden will, steht angeblich vor einer weiteren Klagsfront aus den USA. Staranwalt Ed Fagan kündigte gegenüber NEWS an, für BAWAG-geschädigte Österreicher vor ein New Yorker Gericht ziehen zu wollen. "Ich führe diese Woche Gespräche in Wien und bereite eine Klage vor", wird Fagan zitiert.

Niemand glaube in New York, dass die BAWAG an so vielen Fronten innerhalb nur weniger Tage vergleichen kann, so NEWS. "Das sind Träume, Monate oder Jahre sind bei derart komplexen Verhandlungen eher realistisch", wird Fagan in NEWS weiter zitiert.

Und das BAWAG-Rettungspaket der Regierung ziehe weitere Klagen förmlich an, sagt der Anwalt: "Das ist, als würde man rohe Fleischbrocken in das Haifischbecken werfen - wo Geld ist, wird geklagt."

Zu den bisher schon bekannten Klagsdrohungen und Klagen heißt es in dem Bericht im Rückblick auf die vergangenen Tage: Sean Coffey sei sauer auf die BAWAG. Der Staranwalt habe gerade seine wuchtige, 301 Seiten lange Sammelklage in Sachen Refco-Pleite (Zahl: 05-civ-8626) um ein umfangreiches BAWAG-Kapitel ergänzt. Coffey will beweisen, dass eigentlich die BAWAG durch ihr mysteriöses Kreditringelspiel das US-Wertpapierhaus "kontrollierte", Und das, so heißt es in NEWS, bedeute bei noch offenen Milliardenbeträgen im Refco-Bankrott nichts Gutes. Coffey vertrete Tausende Refco-Aktionäre, die gut eine Milliarde Dollar an Schadenersatz fordern.

Coffeys Sammelklage belaste die BAWAG schwer: Angeführt in den neu eingereichten Passagen würden auch die Verstrickungen zwischen dem gefallenen Broker Wolfgang Flöttl und Refco, die bis in die frühen Neunziger zurückreichten: Refco hätte 1994 Flöttl beim Verstecken von Verlusten seiner BAWAG-Geschäfte aus dem Karibik-Debakel Nr. 1, dann 2000 beim Debakel Nr. 2 geholfen, wird unter Berufung auf die Anwälte berichtet. Deshalb wäre die BAWAG bereitgestanden, als Refco ins Schleudern geriet.

Der Ex-Refco-Kunde Global Management Worldwide hat ebenfalls in der Vorwoche eine 100-seitige Klagsschrift gegen die BAWAG am Zivilgericht "Southern District" eingebracht. Vertreten sind in dieser Sammelklage alle Brokerkunden der Refco-Tochter Refco Capital Markets, Ltd. (RCM). Die BAWAG hätte, so die Klage, ein pyramidenartiges Schneeballsystem betrieben, um Kredite von RCM-Kunden an andere Refco-Einheiten zu schleusen. Es geht um 2 Mrd. Dollar an solch fragwürdigen Transaktionen.

(apa/red)