BAWAG-Prozess von

Helmut Elsner kommt nicht

Ex-BAWAG-Chef laut Anwalt und Frau wieder in schlechtem Zustand. Richter ist verstimmt.

BAWAG-Prozess - Helmut Elsner kommt nicht © Bild: APA/ZEITUNGSFOTO.AT/LIEBL

Der zweite BAWAG-Strafprozess musste auch am 17. Verhandlungstag ohne den mitangeklagten Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner auskommen. Obwohl Elsner wieder einmal ins Wiener Straflandesgericht geladen war, ließ er den Prozesstermin nach der mehrwöchigen Pause im August wieder platzen. Der herzkranke 77-Jährige Elsner halte sich im bayerischen Kurort Bad Reichenhall auf und könne aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen, so seine Anwälte. Richter Christian Böhm zeigte sich verstimmt und vertagte die Verhandlung nach nur fünf Minuten auf morgen.

Elsner habe neuerlich Flüssigkeit in der Lunge und müsse drei Wochen lang behandelt werden, sagte Elsners Anwalt Andreas Stranzinger. Letzte Nacht habe der herzkranke 77-Jährige außerdem einen Angina-Pectoris-Anfall erlitten, ergänzte Elsners Anwalt Jürgen Stephan Mertens. Die Verteidiger legten zwei medizinische Atteste vor.

Auch Ruth Elsner, die Ehefrau des Ex-BAWAG-Chefs hat erneut die Vorwürfe an die Justiz wiederholt, dass der tatsächliche Verbleib der verschwundenen BAWAG-Gelder nicht untersucht werde. Diesbezüglich sehe sich ihr Mann durch eine parlamentarische Anfrage von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache an Justizministerin Beatrix Karl bestätigt. Zum Gesundheitszustand ihres Mannes meinte sie: "Meinem Mann geht es schlecht". Sie befinde sich bei ihrem Mann in Bad Reichenhall in Deutschland. Vergangene Nacht habe ein Notarzt kommen müssen, da Helmut Elsner Herzflimmern gehabt habe, so Ruth Elsner.

Elsner bisher kein einziges Mal erschienen

In einem kurzen Wortwechsel mit Elsners Anwälten zeigte sich der Richter verstimmt, dass der Angeklagte seiner Ladung neuerlich nicht Folge leistete. Elsner ist bisher kein einziges Mal zum zweiten BAWAG-Prozess vor Gericht erschienen. Der heutige Verhandlungstag wäre alleine dem Ex-BAWAG-Chef gewidmet gewesen.

Die Einrichtung, wo sich Elsner aufhalte, werbe im Internet mit ihren Wellnesseinrichtungen, ätzte der Richter. "Das ist kein Hotel, sondern eine Kuranstalt", konterte Anwalt Stranzinger. Für morgen, Dienstag, sind nun alle Angeklagten geladen, auch Elsner soll vor Gericht erscheinen. Laut seinen Anwälten wird Elsner aber auch morgen wegen gesundheitlicher Gründe nicht kommen.

Nach der Verhandlung kritisierte Stranzinger vor Journalisten die Kommentare des Richters als "zynisch". Mertens zeigte gewisses Verständnis für das Gericht, Elsner sei aber nicht vom Staatsanwalt angeklagt, sondern nur von der BAWAG in einer Privatanklage. Deswegen werde sein Mandant nicht das Risiko eines Herztodes eingehen, so der Anwalt.

Ex-Banker immer wieder verhandlungsunfähig

In der ursprünglichen Prozessplanung hätte Elsner an drei Tagen vor Gericht erscheinen sollen. Bisher ist er jedoch immer unter Verweis auf gesundheitliche Gründe nicht gekommen. Schon am 2. Mai war Elsner erstmals geladen, damals lag er jedoch im Wiener Wilhelminenspital. Am 21. Mai verkündete der Richter ein Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen und Kardiologen Günter Steurer, wonach Elsner verhandlungsfähig sei. Die Verhandlungstermine vom 29. Mai bis zum 1. Juni, an denen Elsner eigentlich kommen sollte, platzten, weil Elsner von einem Arzt untersucht wurde. Der Gutachter stellte schließlich eine zweimonatige Verhandlungsunfähigkeit fest. Elsner werde wegen Tuberkulose behandelt, während der Behandlung sei er nicht verhandlungsfähig.

Am 6. August leistete Elsner einer neuerlichen Ladung wieder nicht Folge. Er sei zu krank, um vor Gericht zu erscheinen, so seine Anwälte. Am 7. August in der Früh verlief ein Vorführungsversuch durch Beamte in Elsners Wiener Wohnung erfolglos - der Angeklagte war nicht da. Elsner halte sich im deutschen Kurort Bad Reichenhall auf, wo seine Lungenerkrankung behandelt werde, so seine Anwälte.

Übrige Angeklagte schwärzen Elsner an

Die anderen Angeklagten, darunter der Spekulant Wolfgang Flöttl, die Ex-BAWAG-Vorstände Hubert Kreuch, Josef Schwarzecker, Christian Büttner und Peter Nakowitz, nutzten bisher die Abwesenheit Elsners, um unwidersprochen ihn als Mastermind der Vertuschung der Spekulationsverluste darzustellen. Der frühere Generaldirektor der damaligen Gewerkschaftsbank habe keinen Widerspruch geduldet, so seine früheren Vorstandskollegen unisono.

Dass Elsner überhaupt je zum zweiten BAWAG-Prozess kommt, wird immer unwahrscheinlicher. Strafrechtlich kann er ohnehin nicht mehr belangt werden: Elsner ist ja schon im ersten Prozess rechtskräftig wegen Untreue zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt, wovon er viereinhalb Jahre abgesessen hat, bis er im Sommer 2011 aus gesundheitlichen Gründen für haftunfähig erklärt worden war und entlassen wurde. Im zweiten BAWAG-Strafprozess ist Elsner nur wegen einer Subsidiarklage der BAWAG mitangeklagt - die Staatsanwaltschaft hatte auf eine neuerliche Anklage verzichtet. Die Bank will auf Elsners Pensionsabfindung zugreifen und erhofft sich durch die Klage bessere Chancen im Zivilverfahren.

Kommentare

Neidhammel..., ... ihr seid alle ziemliche Neidhammel!

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Zum Kotzen Kann sich dieser ach so arme, kranke und bemitleidenswerte Typ denn alles erlauben?
Wieviel haben seine Ärzte und Anwälte kassiert? Das stinkt doch alles bis zum Himmel.
Außerdem - gibt es bei uns in Österreich keine "gscheiten" Kuranstalten? Scheinbar nicht. Traurig, traurig, traurig.
Also - wenn der einmal weg ist - ............... kein Kommentar.

huginator melden

Re: Zum Kotzen Der ist noch harmlos im Vergleich zu den ganzen Grassers, Strassers, Dörflers, Scheuchs usw, die immer noch aktiv in der Politik sind. Was hat er denn gemacht? Der Eigentümer der Bank hat es gewusst, Anleger wurden nicht geschädigt und Staatshilfen hat die BAWAG damals auch keine gebraucht. Der ist sogar harmloser, als die meisten akutellen Bankmanager. Den Steuerzahler hat Elsner nicht belastet. Dass er menschlich wohl ein Arsch ist, hat damit nichts zu tun.

gesundheitszustand wann war der gesundheitszustand des herrn elsner schon gut? (ausser in der disco) lassen denn alle vor diesem herrn die hosen runter? scheinbar hat er nach wie vor sooooooo viel zaster dass er sich ALLE kaufen kann- denn geld macht bekanntermassen gefügig!

Rollerfahrer melden

Elsner der Richter ist ein Hampelmann an dessen Fäden Elsner zieht

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hat sich dieser volksschädling von seinem disco besuch noch nicht erholt ? dem gehört pfeffer in den arsc. geblasen und den med.gutachtern der marsch !

kur wer zahlt die ganzen Kuraufenthalte? Elsner hat doch angeblich nur 1300 Euros im Monat zur Verfügung.

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