'BAWAG konnte immer bilanzieren': Ex-Chef
Elsner sieht keinen Anlass für Schadenersatz

"Bin 'lediglich' für die 'Karibik-Affäre' verantwortlich"

Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner bestreitet abermals seine Verantwortung an der schweren Krise der Gewerkschaftsbank BAWAG. Er sei "lediglich" für die "Karibik-Affäre" verantwortlich, Währungsspekulationen in den 90-er-Jahren, bei denen die BAWAG in Summe rund eine Milliarde Euro verloren hat. Mit der Causa Refco habe er "nichts zu tun", sagte Elsner in Interviews mit verschiedenen Tageszeitungen.

Die Zahlung von Schadenersatz schließt er praktisch aus. "Ich glaube nicht, dass es Rechtstitel gibt, unter dem man mich zu Schadenersatz heranziehen kann, zumal ich keinen Schaden angerichtet habe", so Elsner am Donnerstagabend im ORF-Radio.

Die ÖGB-Haftung habe nur dazu gedient, den P.S.K.-Kauf "nicht zu stören", argumentiert Elsner. Die ÖGB-Vermögensverwaltung habe eine Ausfallsbürgschaft für den offenen Schaden gegeben, so dass ordnungsgemäß bilanziert werden konnte. "Und wir haben im Laufe der Jahre aus eigener Kraft den Schaden repariert". Pleite sei die Bank zu keiner Zeit gewesen. Für die an Wolfgang Flöttl - den Sohn des früheren BAWAG-Generaldirektors - übertragenen Geschäften sei eine persönliche Haftung von Flöttl vereinbart worden. Flöttl habe damals ein Vermögen von zirka eine Milliarde Dollar gehabt, so Elsner.

Bis 1998 sei alles gut gelaufen. Dann allerdings sei Flöttl bei der Yen-Krise "ein zu hohes Risiko eingegangen und das Geld war weg". Die Bank habe ihm 1998 "Vermögen weggenommen, ein Liegenschaft in London, etliche Kunstwerke. Alles zusammen etwa 500 Mio. Dollar, was wir aber nicht publik machen wollten". Der damalige BAWAG-Aufsichtsratschef Weninger und der Wirtschaftsprüfer KPMG seien informiert gewesen, so Elsner.

Die BAWAG hat selbst 1999 eine Yen-Option geschrieben, im Ausmaß von 350 bis 400 Mio. Dollar. Der Vorstand war aber einstimmig dafür, dass wir wieder aussteigen. Zu früh, wie sich gezeigt hat, also ist der Verlust schlagend geworden.

Mit der ÖGB-Garantie seien Verluste werthaltig gemacht worden, um die Bank nicht zu beschädigen. "Da die Bawag aber hohe operative Erträge hat, war immer klar, dass die Garantie nie schlagend wird. Wir haben auch Provision dafür bezahlt".

Zusammenhang zwischen den Karibik-Geschäften mit den Refco-Transaktionen gebe es keinen, Refco ist laut Elsner "eine ganz andere Sache". Über den kurzfristigen Kredit an Refco vom Oktober 2005 habe er nicht Bescheid gewusst, ("da war ich längst nicht mehr in der Bank"). (apa/red)