BAWAG von

58 Mio. in Ungarn abgeschrieben

Bank macht trotzdem moderat mehr Gewinn im Jahr 2011

BAWAG - 58 Mio. in Ungarn abgeschrieben © Bild: APA/Pfarrhofer

Die BAWAG PSK hat 2011 wieder in den schwarzen Zahlen beendet und konnte dabei ihren Gewinn leicht steigern. Das Vorsteuerergebnis (also exklusive Bankenabgabe) stieg um 13 Prozent auf 156 Millionen Euro, teilte die Bank bei ihrer Bilanzpressekonferenz mit. Diese Ergebnis habe erzielt werden können, obwohl man auf die Ungarn-Beteiligung MKB 58 Millionen Euro habe abschreiben müssen.

Der Rückkauf von 300 Mio. Euro (Nominale) Hybridkapital vor wenigen Wochen hat dem Institut für heuer einen Gewinnpolster von mehr als 100 Mio. Euro beschert.

Für heuer erwartet Bankchef Byron Haynes "langsameres Wachstum und einen härteren Markt" in Europa - die Situation in Österreich könnte sich vielleicht etwas robuster entwickeln als in Europa im allgemeinen. Die Situation sei wegen der noch nicht ausgestandenen Staatsschuldenkrise, niedrigen Zinsen und Druck auf die Margen schwierig.

Für die europäische Schuldenkrise ist die BAWAG nach eigener Darstellung nur mehr geringfügig verwundbar, das Exposure gegenüber griechischen und spanischen Anleihen beträgt nach Griechenland-Abschreibungen von 32 Mio. Euro 2011 alles in allem nur mehr 23 Millionen.

BAWAG will weiter expandieren
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen will die BAWAG ihren Expansionskurs (Filialen, Kundenbetreuung, E-Banking) fortsetzen, erklärte Haynes, der seit zweieinhalb Jahren an der Spitze des Instituts steht. Die laufende Modernisierung des Filialnetzes soll von 330 auf 500 Zweigstellen ausgedehnt werden.

Die US-Finanzgruppe Cerberus, die Anfang 2007 dem ÖGB um 3,3 Mrd. Euro die BAWAG abgekauft (und ihn damit gerettet) hatte, habe sich vorerst von allen Ausstiegsgedanken verabschiedet, legte Haynes nahe. "Cerberus unterstützt unseren Wachstumskurs voll." Eine BAWAG-Beteiligung/Teilübernahme der ÖVAG wurde erneut ausgeschlossen.

Die Bank gab ferner die Bestellung eines weiteren Vorstands bekannt: Jochen Klöpper (41) übernimmt am 2. April die Position des Chief Risk Officers (CRO), die Vorstandschef Haynes bisher miterfüllte.