Bauern in Österreich warten auf Regen: Trockenheit senkt die Ertragserwartungen

Winterweizenbestände bisher prächtig aufgelaufen Bauer: "Die nächsten Tage entscheiden ganzes Jahr"

Österreichs Bauern warten sehnsüchtig auf Regen. Mit jedem regenlosen Tag reduzieren sich die Ertragserwartungen. Die Winterweizenbestände sind bisher prächtig aufgelaufen, benötigten aber binnen der nächsten zehn Tage dringend ausgiebigen Regen. Die Landwirtschaftskammern sind besorgt: Jeder weitere regenlose Tag steigere in diesem Stadium zwar das Qualitätspotenzial, senke aber die Erträge.

"Langsam wird die Lage prekär, die nächsten Tage entscheiden ein verdammt spannendes Jahr", so ein Pflanzenbauer. Auch das Sommergetreide bräuchte jetzt dringend Regen, um drohende Engpässe in der Futtergetreide- und Grünfutterversorgung zu entschärfen. Vor allem die zum Großteil in der Karwoche gesäten und nun aufgelaufenen Zuckerrüben und der kürzlich angebaute Mais dürsten jetzt laut Experten gierig nach Wasser.

Auch andere Regionen Europas melden Sorge um die Trockenheit. So drohe der Po-Ebene in Oberitalien erneut eine katastrophale Dürre, berichten Medien. Auch im Süden und Osten der Ukraine seien die kommenden zehn Tage dafür entscheidend, ob die Winterweizenerträge Dürreschäden nehmen.

In den USA trieb der Frosteinfall im so genannten "Wheat belt" zur Osterzeit, der zu einer drastischen Verschlechterung der Saatenentwicklungsbewertung führte, die Weizennotierungen an der globalen Leitbörse Chicago Board of Trade (CBOT) in die Höhe. Die globalen Getreidereserven werden dazu noch vor der Ernte 2007 einen 30-jährigen Tiefststand erreicht haben.

Die Welt wird das Wirtschaftsjahr 2006/07 (01.07.2006 bis 30.06.2007) mit einem Endbestand an Getreide von 242 Mio. t beenden. Damit schmolzen die Getreidelager als Folge schlechter Ernten 2006 auf der nördlichen Halbkugel und in Australien binnen Jahresfrist um 67 Mio. t auf einen 30-jährigen Tiefstand. Zuwächse erzielten damals Indien, China und Südamerika.

(apa/red)