Leben von

Superhelden im Konkurrenzkampf

Zack Snyder zeigt mit „Batman v Superman“ ein gigantisches Filmepos aus der Comic-Welt

  • Batman v Superman
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    Batman v Superman

Batman und Superman, die größten Comicsuperhelden, treten zum ersten Mal gemeinsam auf – jedoch als erbitterte Feinde. Regisseur Zack Snyder führt Bildgewaltig in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ („Dämmerung der Gerechtigkeit“) mit Ben Affleck als Fledermausmann und Henry Cavill als Superman in die Welt der DC-Comics und wurde dafür heftig kritisiert. Zu Unrecht.

Die Welt ist nicht mehr das, was sie einmal war: Sie hat zwar ihren Helden Superman, aber sie zweifelt an dessen guten Absichten. Was ist los mit dem Mann im roten Umhang, der seine Verlobte Terroristen entreißt, Menschen aus ihren überschwemmten Häusern rettet, aber einen Sprengstoffanschlag auf das Kapitol nicht verhindern kann, obwohl er höchstpersönlich zugegen ist? Selbst Batman, sein Konkurrent aus der Abteilung der Gerechtigkeitsfanatiker der DC-Comics beginnt an Superman zu zweifeln, kategorisiert ihn als Bösewicht und verfolgt ihn bis zum Showdown.

Das unerbittliche Gegeneinander lässt die beiden Helden sogar ihre Mission übersehen. Das schafft anderen Kollegen aus der DC-Liga der Gerechten die Möglichkeit aufzutreten: allen voran Wonder Woman in der ansehnlichen Gestalt von Gal Gadot.

Comic-Streifen

Chris Terrio und David S. Goyer haben ihr Drehbuch nicht auf eine einfache geradlinige Geschichte beschränkt. Das fordert ein gewisses Maß an Aufmerksamt und brachte ihnen heftige Kritik ein. „Höchst unzusammenhängend“, „bleischwer“ schrieb der britische Telegraph. „Überfrachtet“ nannte der Guardian das Werk.

Terrio und Goyer zeigen viele kleine Episoden, erzählen Geschichten aus der Kindheit, dem Leben der Helden und des Bösewichts Lex Luthor. Der ist Sohn und Erbe eines ehemaligen DDR-Bürgers ist, der sich in Gotham City ein Imperium aufgebaut hat. Diese Geschichten muten wie Comic-Streifen in Tageszeitungen an, als es die Superhelden nur auf Papier gegeben hat. Dennoch fügt sich das ganze ineinander wie ein großes Puzzlespiel.

Verdiente Fledermausflügel

Am Anfang steht ein Straßenmord. Bruce Wayne ist noch ein kleiner Junge, als er mitansehen muss, wie seine Eltern auf offener Straße von einem Gangster erschossen werden. Das Erlebte lässt ihn zum Rächer werden. Fortan will Bruce Wayne (Ben Affleck) Verbrechern in Gotham City den Kampf ansagen. Und das tut er auch, im Fledermauskostüm und mit allen Mitteln der Technik, die ihm sein Assistent Alfred (Jeremy Irons) zur Verfügung stellt. Was Mr. Q für James Bond, ist Alfred für Wayne.

Und Superman wurde schon als solcher geboren. In seinem bürgerlichen Leben verdingt er sich als Journalist. Neben der formidablen Kameraführung und präzise geschnittenen Action-Szenen beeindrucken die Schauspieler. Gal Gadot ist eine idealtypische Super Woman, Jeremy Irons ist eine Luxusbesetzung für Batmans Assistent Alfred, ebenso Amy Adams, Holly Hunter und Diane Lane.

Henry Cavill ist ein Bilderbuch-Superman mit Wandlungsfähigkeit zum Zivilisten. Ben Affleck zeigt sich seiner Fledermausflügel mehr als würdig. Für die Rolle des Batman hat sich der 1,92 Meter Große auf einen Muskelmann mit 103 Kilogramm trainiert. Mit eiserner Disziplin und nicht ohne Qualen.
Und das passt zu diesem bildmächtigen Filmepos.

Der Trailer

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