Bartenstein im "trend": Wirtschaftsminister
glaubt an Vollbeschäftigung noch vor 2010

Regierung setzt Schwelle bei Quote von 3,9 % an Bartenstein zu Lehrstellen: "Es bräuchte ein Plus"

Bartenstein im "trend": Wirtschaftsminister
glaubt an Vollbeschäftigung noch vor 2010

Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein hält es für möglich, dass Vollbeschäftigung in Österreich bereits früher, als von der Regierung angepeilt, erreicht werden könnte. Im Interview mit der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend" erklärt der Minister: "Wenn es in der Dynamik des letzten Jahres weiter geht, so schließe ich das auch nicht aus." Er sei der erste der sich freue, wenn das Ziel der Vollbeschäftigung schon vor 2010 erreicht werde. Die Regierung setzt die Schwelle EU-konform bei einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent (nach EU-Berechnung) an.

Doch auch nach dieser Zielerreichung bleibe der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit "work in progress", so Bartenstein: "Ich lehne es ab, Sockelarbeitslosigkeit achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen. Das ist gesellschaftspolitisch abzulehnen, man muss im Gegenteil alle politische Kraft und auch viel Geld einsetzen, um sie zu vermeiden." Das AMS bemühe sich, Migrantenkinder, Kinder der zweiten und dritten Zuwanderergeneration mit Sprachproblemen, Menschen, die Berufsausbildungen nicht abgeschlossen haben, nachzuqualifizieren.

Dass 2006 wieder weniger Lehrstellen angeboten wurden als 2005, bedauert der Minister: "Es bräuchte jedenfalls ein Plus. Es ist eine Binsenweisheit: Wer morgen Fachkräfte haben will, muss sie heute ausbilden. Es ist völlig verkehrt zu glauben, dass das AMS oder gar das benachbarte Ausland der Quell für Fachkräfte sein wird." Die Wirtschaft, so Bartenstein, sollte auch wieder verstärkt "Vollzeitarbeitsplätze" anbieten: "Wir in Europa sollten uns stärker drauf verständigen, das unbefristete Vollzeit-Arbeitsverhältnis wieder mehr zum Standard zu machen, als es das derzeit ist. Ich selbst habe einen Schippel Kinder und möchte ihnen nicht zumuten, sich als Teil der Generation Praktikum fühlen zu müssen. Das ist auch als Appell an die Wirtschaft zu verstehen", bricht der Minister eine Lanze für ein qualitätsvolles Arbeitsplatzangebot - und für ein Umdenken in den Unternehmen: "Wenn ich von den jungen Leuten eine globale Flexibilität will, wenn ich will, dass sie im Fall des Falles, wenn der Job es erfordert, auch einmal einige Tage ohne viel Pausen durcharbeiten, dann brauchen die Leute nicht nur Flexibility, sondern auch Security, Sicherheit, auf die sie bauen können."

Auch die Politik wolle einen Beitrag für mehr Arbeitsplatzsicherheit bieten, kündigt der Minister im "trend"-Gespräch an: "Wir werden binnen kurzem für freie Dienstnehmer de facto volle Sozialversicherung einführen. Wir werden uns auch um eine bessere soziale Sicherstellung von Selbständigen kümmern. Es wird eine Arbeitslosenversicherung für Selbständige geben, auf freiwilliger Basis. Es wird das Spiegelbild der Mitarbeitervorsorge geben, nämlich eine Selbständigenvorsorge, also ein zusätzliches kapitalgedecktes Pensionsinstrument." Alle Maßnahmen, so Bartenstein, sollen "in nächster Zeit" verwirklicht" werden.

Die gesamte Story finden Sie im aktuellen "trend"!