Bartenstein zeigt sich (selbst-)zufrieden:
"Sind auf gutem Weg zur Vollbeschäftigung"

Minster gibt Konjunkturausblick für das Jahr 2008 Jugendbeschäftigungspaket soll geschnürt werden

Bartenstein zeigt sich (selbst-)zufrieden:
"Sind auf gutem Weg zur Vollbeschäftigung"

Mit einem "Dank an die Sozialpartner" hat Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein seine Jahresbilanz 2007 eingeleitet. Die Sozialpartner hätten sich im vergangenen Jahr sehr konstruktiv eingebracht, insbesondere bei der Liberalisierung der Ladenöffnung und der Neuregelung der Arbeitszeit. Konjunkturell sei das Jahr 2007 von einem 3,4-prozentigen Wachstumshöhepunkt geprägt gewesen. "Der Peak (Gipfel, Anm.) des Wachstums dürfte wohl überschritten sein", formulierte der Minister seinen Konjunkturausblick für das Jahr 2008.

Aber auch "mit einem 2-er vor dem Komma kann man zufrieden sein", meinte Bartenstein. Im Vergleich mit der Euro-Zone und insbesondere mit Deutschland falle das Wachstum in Österreich seit Jahren höher aus. Für die Zukunft mahnte der Minister zu Ausgabendisziplin: "Wichtig ist, dass wir in den nächsten Monaten die Zügel nicht schleifen lassen".

Arbeitsmarktentwicklung
Bei der Entwicklung am Arbeitsmarkt verwies Bartenstein auf sinkende Arbeitslosenraten: "Wir sind weiter auf gutem Weg Richtung Vollbeschäftigung". Auch bei der Arbeitsmarktöffnung zeigte sich der ÖVP-Politiker zufrieden: So werde die neue Fachkräfteverordnung (gültig ab 1.1.2008) den Arbeitsmarkt für Fachkräfte aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten in 50 Berufen ohne Kontingente öffnen. Im Jahr 2007 kamen rund 700 Fachkräfte aus drei Berufen (Dreher, Schweißer und Fräser) durch die Fachkräfteverordnung nach Österreich, im nächsten Jahr sollten es deutlich mehr sein. Den Fachkräftemangel in Österreich bezifferte Bartenstein mit insgesamt 6.000 bis 7.000 Personen. Ein Mangel an Fachkräften stelle einen Hindernisgrund für Wachstum dar, warnte der Minister.

Lehrlingsthema
Bei den Lehrlingen soll die Auflösung eines Lehrverhältnisses zum Ende des ersten und zweiten Lehrjahrs als "Ausbildungsübertritt" gestaltet werden. Nach einem verpflichtend vorgeschalteten Mediationsverfahren werde der Lehrling seine Lehre in einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum fortsetzen können. Mit einem neu zu schnürenden Lehrlingspaket sollen mehr Anreize für künftige Lehrlinge und ausbildende Betriebe geschaffen werden. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen, darunter Förderungen für Betriebe, die bisher keine Lehrlinge ausgebildet haben, und Förderungen für Frauen in typischen Männerberufen, soll ein großes Jugendbeschäftigungspaket geschmiedet werden, das mit dem Ausbildungsjahr 2008/2009 wirksam wird.

Mareks Bilanz
Positiv bilanzierte Staatssekretärin Christine Marek über den ersten österreichweiten "Tag der Lehre" am 19. Oktober 2007, mit dem das Image der Lehre gehoben werden sollte. Der "Tag der Lehre" habe klar zum Ausdruck gebracht, dass für die Herausforderung des Fachkräftemangels die Investition in die Ausbildung der eigenen Jugend notwendig sei. Auch Minister Bartenstein sieht im Bereich der Lehre, wo von 130.000 Lehrlingen nur 15.700 in der Industrie tätig seien, großes Potenzial. Im nächsten Jahr soll der "Tag der Lehre" am 16. Oktober 2008 stattfinden.

Teilzeitarbeit bei Frauen
Teilzeitarbeit werde von Frauen stark nachgefragt, so die Staatssekretärin. So seien beim AMS vier- bis siebenmal so viele Frauen mit dem Wunsch nach Teilzeit gemeldet, als Teilzeitjobs angeboten würden. Mit einem Gesprächsleitfaden will Marek den Wiedereinstieg von Frauen nach der Karenz erleichtern. Auch seien Maßnahmen zur Forcierung von qualifizierter Teilzeit geplant.

(apa/red)