Bartenstein zur Inflation: "Die Lage ist Besorgnis erregend, nicht dramatisch"

Wirtschaftsminister im großen FORMAT Interview Teuerung: Warum er autofreie Tage für sinnlos hält

Die ständig steigende Inflation macht vielen Sorgen, auch Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Im FORMAT-Interview sagt er aber, die Inflationsrate ist "Besorgnis erregend, nicht dramatisch".

Format: Herr Minister, die Energiekosten schießen in lichte Höhen. Brauchen wir wieder autofreie Tage?
Bartenstein: Nein, die wären sinnlos. Die Bürger wussten diese Maßnahme schon früher zu umgehen, beispielsweise mit Zweitautos. Infolge der hohen Spritkosten wird ohnehin bereits weniger Auto gefahren.

Format: Wie beurteilen Sie die hohe Inflationsrate von 3,5 Prozent?
Bartenstein: Besorgnis erregend, aber nicht dramatisch. Fatih Birol, der Chefökonom der Internationalen Energieagentur, sagte erst kürzlich, dass 12,5 Millionen Barrel an Erdöl pro Tag fehlen. Die Lage an den Ölmärkten bleibt also angespannt. Auch im Nahrungsmittelsektor sorgt die steigende Nachfrage aus Ländern wie China und Indien für ein anhaltend hohes Preisniveau.

Format: Die Lohnverhandlungen im Herbst könnten die Inflation weiter ankurbeln …
Bartenstein: Ich gehe davon aus, dass die Sozialpartner eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern wissen. Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen und Maß halten.

Format: Glauben Sie, dass bald auch die Exporte leiden werden?
Bartenstein: Da trübt keine Wolke den Himmel. Nirgends zeigt sich unsere wirtschaftliche Stärke so sehr wie im Außenhandel, und das quer durch alle Branchen.

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