Bartagamen von

Zahme Minidrachen

Bartagamen zählen zu den beliebtesten Reptilien in Österreich. Dabei sind die Echsen gar nicht leicht zu halten – und überdies meldepflichtig.

Bartagamen - Zahme Minidrachen © Bild: George Chernilevsky

Die Miniaturausgabe des Dinosauriers hat’s uns angetan. Kaum eine Echse ist bei den Österreichern beliebter – wohl auch, weil Bartagamen zutraulich und anhänglich sind. Das macht sie aber noch lange nicht zu Schmuse- und Streicheltieren.

Wer über eine Anschaffung nachdenkt, sollte wissen, dass es gesetzlich vorgeschrieben ist, sich vorab genau zu informieren. Darüber hinaus sind die Exoten meldepflichtig.

Wie Bartagamen reagieren
Fühlen sich die Minidrachen bedroht, stellen sich ihre stacheligen Bartschuppen im Kehlbereich auf und färben sich schwarz. Dann heißt es: Finger weg! Doch auch die Tiere sind empfindlich: Im Gegensatz zu anderen Echsen können sie ihren Schwanz nicht abwerfen. Er wächst bei Verletzungen auch nicht nach. „Bartis“ wachsen ihr ganzes Leben lang. Nach Erreichen der Geschlechtsreife aber sehr langsam. Da die äußerste Hautschicht nicht mitwächst, häuten sie sich immer wieder. Im Schnitt werden sie zwischen 30 und 50 Zentimeter groß und bis zu zwölf Jahre alt.

So müssen Terrarien aussehen
Die gesetzliche Mindestgröße für ein bis zwei erwachsene Tiere beträgt einen Quadratmeter Grundfläche und 80 Zentimeter Höhe. Für jedes weitere Tier kommen 40 Quadratzentimeter hinzu. Generell gilt: je mehr Platz, desto besser. Entscheidend sind Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und eine gute Strukturierung. „Bartis“ sind wechselwarme Tiere. Sie können ihre Körpertemperatur nicht selbst regeln. Um sämtliche Funktionen in Gang zu halten, brauchen sie viel Wärme. Ideal sind Wärmelampen, unter die sich die Tiere legen können. UVA- und UVB-Licht ist wiederum für den Knochenaufbau wichtig. Damit die Tiere nicht austrocknen, sollte man das Terrarium auch täglich besprühen. Als Untergrund eignet sich feiner Sand. Ein Terrarienbereich sollte mit etwa 20 Zentimetern aufgeschüttet werden, weil die Tiere gerne graben. Auch ein Wasserbecken, Kletter- und Versteckmöglichkeiten gehören zur Grundausstattung.

Checkliste für die Haltung
Futter: Die Tiere brauchen pflanzliche und tierische (Insekten!) Nahrung.
Kauf: Nur Nachzuchten, und nur bei seriösen Züchtern oder Zoohändlern.
Aufwand: Pflege und Betreuung nehmen täglich Zeit in Anspruch.
Stromkosten: Für tägliche Beleuchtung (12–14 Stunden) und Beheizung.
Kinder: Auch wenn Bartis zahm werden, sie sind kein Kinderspielzeug.
Winterruhe: Bei Zimmertemperatur für sechs bis acht Wochen.
Terrarium: Braucht einen ruhigen Platz mit viel Licht (nicht am Fenster).

Literaturtipp
Alles, was man über die Anschaffung und Haltung der Minidrachen wissen muss: Meine Bartagamen zu Hause von Werner Preißer; zweite überarbeitete Auflage 2011, 64 Seiten, 70 Farbfotos, 8,20 Euro, ISBN 978-3-8001-7574-1. Weitere Informationen beim Ulmer Verlag Online .

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