Barroso über Engergie in EU: "Atomkraft wird in Zukunft immer mehr ein Thema!"

Kommission kann dazu "Debatte nicht vermeiden" Nationale Widerstände sollen respektiert werden

Die Atomenergie ist nach Ansicht von EU- Kommissionspräsident Barroso auch in Europa auf dem Vormarsch. "Ich glaube Atomenergie wird in Zukunft immer mehr ein Thema werden", sagte Barroso am Dienstag vor dem EU-Frühjahrsgipfel in Brüssel. Es gebe aber starke Widerstände einiger Mitgliedstaaten gegen die Kernerenergie, betonte Barroso. "Wir müssen das respektieren."

Der Ausbau der Kernenergie sei etwa eine klare Botschaft des russischen Präsidenten Putin, sagte Barroso. Russland sei sehr entschlossen, die Atomkraft trotz großer Öl- und Gasreserven auszubauen. Auch andere Länder würden diesem Trend folgen. "Mindestens 13 Länder in Europa planen Dinge in dieser Hinsicht", sagte Barroso ohne auf Einzelheiten einzugehen.

"Wir können diese Debatte nicht vermeiden", erklärte der EU- Kommissionschef. Zumindest einige Länder wollten das Thema ansprechen, "daher sollten wir es behandeln", sagte er in Hinblick auf den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel, bei dem es um eine gemeinsame europäische Energiepolitik geht. "Wir sollten keine Energiequellen ausschließen." Der gesamte europäische "Energiemix" müsse die Ziele der Versorgungssicherheit, der Wettbewerbsfähigkeit und der Nachhaltigkeit erfüllen.

Er werde den Mitgliedstaaten aber nicht empfehlen, ihre Investitionen auf einen bestimmten Energieträger zu richten. Die Kommission werde in diesem Bereich "keine Harmonisierung vorschlagen. In dieser Frage müsse die Subsidiarität respektiert werden, so Barroso. "Das heißt nicht, dass jene, die die Atomenergie vorantreiben wollen, das nicht tun sollten." (apa)