Barcelonas Virtuosen zeigten Chelsea die Grenzen auf: Mourinho schlechter Verlierer!

"Lionel Messi hat Theater vom Feinsten aufgeführt" Wichtige Auswärtstore für Inter Mailand und Villarreal

Die Fußball-Virtuosen des FC Barcelona haben dem selbst ernannten Champions-League-Favoriten FC Chelsea und dem "schlechten Verlierer" Jose Mourinho die Grenzen aufgezeigt. Im vorweggenommenen Endspiel der Königsklasse zwischen den Meistern und Spitzenreitern der stärksten Ligen Europas legte das Star-Ensemble aus der spanischen Primera Division "den sechsten Gang ein" ("Marca") und fügte den entzauberten Engländern die erste Heimpleite der Mourinho-Ära zu.

"Barcelona reißt die Stamford Bridge nieder", schwärmte "El País" nach der 2:1-Gala der entfesselt auftrumpfenden Katalanen, die im Rückspiel am 7. März im Camp Nou die Revanche für den ebenfalls im Achtelfinale erlittenen Vorjahres-K.o. perfekt machen können. "Vor diesem Chelsea muss niemand mehr Angst haben", urteilte "El Periodico" selbstsicher.

Selbst der sonst als "Großmaul" bekannte Mourinho gab sich kleinlaut. "Für uns ist nichts mehr zu machen. Die Frage ist, ob es überhaupt noch Sinn macht, zum Rückspiel zu fahren", sagte der Coach, der dabei aber wohl eher schon wieder als Taktiker aufgetreten sein dürfte, um den Gegner in Sicherheit zu wiegen. Diesen Gefallen will ihm Kollege Frank Rijkaard allerdings nicht tun: "Wir sind nun im Vorteil. Aber die Sache ist längst nicht entschieden. Wir müssen den Job noch zu Ende bringen", warnte der Barca-Coach trotz der Top-Ausgangsbasis.

Dabei hätte der Sieg, den ausgerechnet Chelseas Baske Asier del Horno mit seiner Roten Karte (37.) einleitete, tatsächlich viel klarer ausfallen können. Mindestens ein Elfmeter wurde "Barca" verwehrt, und der überragende Argentinier Lionel Messi traf noch die Latte. "Messi avancierte in London zum Fußball-Doktor", lobte "El Mundo Deportivo" den Gala-Auftritt des erst 18-jährigen Mittelfeld-Jungstars, der von Del Horno an der Eckfahne rüde gefoult wurde und nach dem berechtigten Ausschluss bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde.

Mourinho, der schon im Vorjahr durch umstrittene Aussagen aufgefallen war - u.a. trat der schwedische FIFA-Referee Anders Frisk nach dessen Kritik und folgenden Morddrohungen entnervt zurück - machte das aus seiner Sicht unberechtigte Rot für die Pleite verantwortlich, für die John Terry (71./Eigentor) und Samuel Eto'o (80.) sorgten. Messi habe "Theater vom Feinsten" aufgeführt. "Natürlich glaube ich, dass das keine Rote Karte war. Können wir Messi für die Schauspielerei sperren? Barcelona ist eine kultivierte Stadt, dort weiß man alles über Schauspiel", behauptete er dreist.

Doch selbst auf der Insel steht der Portugiese damit allein auf weiter Flur. So urteilte "The Times" über den offenbar unbelehrbaren Coach: "In Mourinho spukt ein Schlechter-Verlierer-Geist. Er beschuldigt Messi des Betrugs. Diese Tirade Mourinhos ist noch erstaunlicher als seine Attacke gegen Frisk." Andere Blätter kommentierten in dieselbe Richtung. In Spanien erntete der Coach nur Spott: "Messi macht dem Antifußball Chelseas ein Ende", schrieb "El País". Und "Sport" höhnte: "Mourinho lernt, wie man Fußball spielt."

Wichtige Auswärtstore für Inter und Villarreal
Erstklassige Ausgangspositionen durch Teilerfolge mit jeweils zwei wichtigen Auswärtstoren verschafften sich auch Inter Mailand und der FC Villarreal. Inter lag in Amsterdam gegen Ajax nach Treffern von Huntelaar und Rosales nach 20 Minuten schon 0:2 hinten, kam aber nach der Pause durch Stankovic (49.) und Cruz (86.) noch zum 2:2. Provinz-Klub Villarreal sorgt weiter für Furore: Die Spanier führten durch Riquelme (8./Handelfmeter) und Forlan (35.) zwei Mal, die Glasgow Rangers retteten aber durch Lövenkrands (22.) und dank der Mithilfe von Pechvogel Pena (82./Eigentor) wenigstens noch das Remis. "As" war begeistert: "Villarreal legte in Glasgow die Doktorprüfung ab."

Werder Bremen gelang im Heimspiel gegen Juventus Turin eine erfolgreiche Aufholjagd. "Die Mannschaft hat uns einen fantastischen Abend geboten. Sie hat sich berauscht am eigenen Spiel. Da denkst du auf der Bank: Bist du verrückt", jubilierte Trainer Thomas Schaaf, nachdem Tim Borowski (87.) und Johan Micoud (92.) die Deutschen noch zu einem 3:2-Sieg geschossen hatten.

Während Schaaf die Partie mit leuchtenden Augen kommentierte, wirkte sein Turiner Kollege mürrisch. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in einem so wichtigen Spiel in den letzten Minuten mit solchen Toren noch verloren habe", sagte Fabio Capello. Trotzig erklärte er: "Es gibt keinen Komplex gegen deutsche Vereine. Wir haben gegen die Bayern zu Hause gewonnen, und wir werden auch Bremen im Rückspiel besiegen." (apa/red)