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Barca zieht nach Transfer-Verbot
vor internationalen Gerichtshof

FIFA-Sanktion trifft die Katalanen zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt

Messi und Xavi beim Freistoß © Bild: David Ramos/Getty Images

Nach Angaben eines Club-Sprechers haben zwei anonyme Anzeigen bei der FIFA das Verfahren ausgelöst, das in eine einjährige Transfersperre des FC Barcelona mündete. Um welche Akteure es sich bei den angeblich zehn unerlaubten Transfers handelt, teilte die FIFA nicht mit.

Laut spanischen Medien soll der Stein des Anstoßes ein junger Südkoreaner namens Lee Seung Woo sein, der im Jahr 2011 nach guten Leistungen bei der Copa Danone verpflichtet wurde. Als weitere "Problemfälle" wurden Paik Seung Ho, Chan Kyul Hee, Theo Chendri, Bobby Adekanye, Patrice Sousia, Giancarlo Poveda, Andrei Onana, Maxi Rolón und wohl Tony Sanabria identifiziert. Allesamt große Talente aus La Masia, der berühmten Nachwuchs-Schule des FC Barcelona.

Sollte das Urteil rechtswirksam werden und schon in diesem Sommer greifen, träfe es Barca zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Die Elf soll im Sommer auf einigen wichtigen Posten umgebaut werden. Stammkeeper Víctor Valdes hat seinen Vertrag nicht verlängert und wollte vor seiner schweren Knieverletzung eigentlich ins Ausland wechseln. Mit Marc-Andre ter Stegen steht der Nachfolger bereits ante portas und muss nun um eine Freigabe des Transfers bangen.

Marc-Andre ter Stegen im Tor
© GEPA pictures/ Thomas Bachun Ter Stegens Transfer gilt in Spanien bereits als fix

Ist Halilovic-Transfer noch gültig?

"Momentan ist ein Transfer von ter Stegen zu Barca vom Tisch", lässt sein Manager Gerd vom Bruch in der "Sport Bild" ausrichten. Ähnlich verhält es sich mit Alen Halilovic, wenngleich dessen Berater bessere Chancen sieht. Barca hatte die Verpflichtung des 17-jährigen Kroaten von Dinamo Zagreb bereits bekannt gegeben.

Des weiteren beendet Kapitän Carles Puyol seine Karriere. Spielmacher Xavi hat mit 34 Jahren den Zenit seiner Leistungsfähigkeit überschritten, für Barca wäre es an der Zeit, auch hier einen Nachfolger zu verpflichten. Zuletzt war von Dortmunds Ilkay Gündogan die Rede.

Die Katalanen haben nicht zum ersten Mal Ärger wegen eines Transfers. Nach der Verpflichtung des brasilianischen Jung-Stars Neymar zahlte der Club nach einem wochenlangen juristischen Streit 9,1 Millionen Euro Steuern nach. Anfang des Jahres war der damalige Vereinspräsident Sandro Rosell zurückgetreten.

Barca zieht vor Internationalen Sportgerichtshof

Mittlerweile steht fest: Der FC Barcelona legt Einspruch gegen das Transferverbot der FIFA ein. Wie der spanische Meister am Mittwochabend in einem Kommunique wissen ließ, wird der Club in dieser Sache den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen. Zudem wollen die Katalanen den Antrag stellen, die vom Weltverband FIFA verhängten Sanktionen auszusetzen.

In einer 14 Punkte umfassenden Erklärung wies der Club darauf hin, dass er sich in seiner Fußballschule "La Masia" sehr gründlich um den Schutz von Minderjährigen kümmere und dafür sorge, dass die Nachwuchsspieler eine vollständige Ausbildung erhielten. "Barça bildet in erster Linie Menschen aus, und erst dann Sportler." Das Modell sei von der FIFA bisher stets anerkannt und als Modell gepriesen worden.

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