Barbara Rudnik in München beigesetzt: Schauspielerin verlor Kampf gegen Krebs

Beisetzung im engsten Familien- und Freundeskreis Deutsche Schauspielerin wurde nur 50 Jahre alt

Wenige Tage nach ihrem Tod wurde Schauspielerin Barbara Rudnik beigesetzt. Auf Wunsch der Familie fand sie im engsten Kreis die letzte Ruhestätte am Münchner Nordfriedhof. Verwandte sowie Freunde und Kollegen wie die Schauspieler Michael Mendl, Uschi Glas, Hannelore Elsner und Michaela May nahmen Abschied von Rudnik, die am 23. Mai ihrem Brustkrebsleiden erlag. Auch Produzent Bernd Eichinger, der in den 80er Jahren Lebensgefährte der Schauspielerin war, kam zu ihrer Beerdigung.

Barbara Rudnik in München beigesetzt: Schauspielerin verlor Kampf gegen Krebs © Bild: APA/EPA/Dueren

Rudnik ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Vor einem Jahr hatte sie erstmals öffentlich über ihre Brustkrebserkrankung gesprochen, von der sie selbst 2005 erfahren hatte. Ihre Mutter Margot Rudnik sagte laut der "Bild"-Zeitung, sie habe mit ihrer Tochter sechs Tage vor deren Tod telefoniert. Barbara Rudnik habe sie gebeten, sie nicht mehr zu besuchen. "So sollst du mich nicht sehen, die Krankheit ist schlimm geworden. Behalte mich in Erinnerung, wie ich war", habe ihre Tochter gesagt, sagte die 82-Jährige dem Blatt zufolge. "Es ist nicht richtig, wenn die Tochter vor der Mutter geht. Ich habe gebetet, diesen Tag nie erleben zu müssen", wurde Margot Rudnik weiter zitiert.

"Kühle Blonde"
Die oftmals als "kühle Blonde" besetzte Rudnik wurde durch zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen bekannt. 1995 war sie gemeinsam mit Götz George in dem Film "Der Sandmann" zu sehen. 2002 übernahm sie die Rolle der Kommissarin Simone Dreyer in der ARD-Krimiserie "Polizeiruf 110". Weitere Rollen spielte sie im "Tatort", bei "SOKO 5113", in Sönke Wortmanns Film "Der Campus" (1997) oder in "Die Leibwächterin (2004) von Markus Imboden.

Legendär in "Müllers Büro"
In Österreich eroberte sie 1986 das Kinopublikum als geheimnisvolle Schöne im Krimi-Musical "Müllers Büro" des erst im April plötzlich verstorbenen Niki List. Zudem wirkte sie neben Josef Hader in der Wolf-Haas-Verfilmung "Komm, süßer Tod" (2000) mit.

Bis zum Schluss war die charismatische Fernsehschauspielerin voller Tatendrang. Erst Ende März kündigte sie an, sich verstärkt der Jugendarbeit widmen und ab Herbst regelmäßig in eine Münchner Hauptschule zu gehen, um den Schülern die Schauspielerei näherzubringen.

Trotz ihrer Brustkrebserkrankung stand Rudnik immer wieder vor der Kamera, etwa im vergangenen Jahr zur ARD-Reihe "Commissario Laurenti" mit Henry Hübchen. Dabei musste sie eine blonde Perücke tragen. Dem Kinopublikum zeigte sie sich zuletzt in "Keinohrhasen" an der Seite von Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer und Til Schweiger.

Ihr Leben
Geboren wurde sie 1958 im Dorf Wehbach an der Sieg (Rheinland-Pfalz) als jüngste von drei Töchtern eines Drehers und einer Näherin. Ihren Beruf wählte sie, weil sie nicht "40 Jahre am selben Tisch sitzen" wollte. Ein Auftritt als Statistin am Stadttheater in Kassel weckte ihren Ehrgeiz, Schauspielerin zu werden.

Nach der Realschule arbeitete sie zunächst im Buchhandel. Mit 19 Jahren kam sie nach München, wo sie seither lebte. 1978 begann sie eine Schauspielausbildung. Beim Jobben in einem Eisgeschäft wurde sie von einem Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen angesprochen und für seine Abschlussarbeit engagiert. Auch in der Münchner Off-Theaterszene durfte sie ihr Talent erproben.

Mit der Diagnose Krebs musste Rudnik ab Ende 2005 leben. Sie ging mit ihrer Krankheit offen um und ließ sich etwa im vergangenen Jahr auf dem "Bunte"-Titelbild mit extrem kurzen grauen Haaren zeigen, die nach der Chemotherapie gerade nachgewachsen waren. "Ich will mich nicht länger verstecken", erklärte sie damals. "Ich möchte mich erhobenen Hauptes mit meinen kurzen, ungefärbten Haaren zeigen und sagen: 'Das bin ich jetzt'." Sie gewann der Krankheit sogar Positives ab: Sie lebe bewusster und glücklicher als vor drei Jahren, weil sie jeden Tag genieße. (apa/red)