Umstrittene Neuerung von

Bankomatkarten-Sperre im Ausland: Kunden sollen selbst entscheiden

Fordert Arbeiterkammer: Sperre soll nicht aufs Auge gedrückt werden

Das kontaktlose Zahlen mit der Bankomatkarte befindet sich am Vormarsch. © Bild: APA/Gindl

Konsumenten sollen selbst entscheiden, ob sie eine Sperre ihre Maestro/Bankomatkarte für Bargeldbehebungen außerhalb Europas möchten oder nicht, so die Arbeiterkammer (AK) heute in einer Pressemitteilung. "Die Sperre soll den Konsumenten nicht aufs Auge gedrückt werden. Das ist konsumentenunfreundlich", kritisiert AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic.

Die Banken reduzierten damit nur ihr eigenes Risiko und bürdeten den Kunden einen zusätzlichen Weg auf. Die AK sieht zudem die einseitige Änderung des Vertrags durch die Banken ohne Mitteilung kritisch. Das Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) verlange bei Änderungen eines Rahmenvertrages - wie die Nutzung der Bankomatkarte -, dass die Änderung dem Karteninhaber rechtzeitig mitgeteilt wird. Das heiße zwei Monate vor Gültigkeit - der Kunde muss die Möglichkeit eines Widerspruchsrechtes haben. "Bisher sind unseres Wissens keine Schreiben an die Bankkunden geschickt worden, um ihre Zustimmung einzuholen", sagt Zgubic. Die AK fordert die Banken auf, ihre Vorgangsweise zu überdenken. Die Banken sollten vielmehr die Sicherheit der Karten selbst und der Geräte verbessern.

Sichere Chip-Technologie

Aus Sicht der Banken heißt es dazu zur APA, die Funktion "GeoControl" bedeute eine Teilsperre der Maestro-Karten für gewisse Länder außerhalb Europas, in denen objektive Gründe im Zusammenhang mit der Sicherheit der Zahlungsinstrumente vorlägen. Denn dort komme nicht die sichere Chip-Technologie zur Anwendung, die in Europa verwendet werde. Diese Teilsperre gehe daher konform mit den geltenden Maestro-Richtlinien, die wiederum mit § 37 des Zahlungsdienstegesetzes korrespondierten. Die Information der Kunden erfolge über unterschiedliche Medien wie Kontoauszüge, Internetbanking und Homepage. Die Deaktivierung sei einfach und unbürokratisch zum Beispiel über Internetbanking, Service-Hotline oder über den Betreuer und auch aus dem Urlaubsland möglich.

Missbrauch verringern

Mit dem neuen Sicherheits-Feature für die Bankomatkarte namens "GeoControl" soll der Missbrauch verringert werden. Die Bankomatkarten werden für einige wenige Länder außerhalb Europas für Bargeldbehebungen gesperrt. Diese Länder variieren, weil sie im Sinne der Qualitätssicherung laufend gemonitored werden. Es geht um das so genannte Skimming, bei dem die Magnetstreifendaten kopiert und der PIN-Code ausgespäht wird. Diese Daten werden den in andere Länder geschickt, um dort mittels Magnetstreifen Bargeldbehebungen zu tätigen.

Österreich sei eines der sichersten Länder der Welt, da die Chiptechnologie seit 1994 eingesetzt wird, so die für die Bankomatkarten-Abwicklung zuständige Payment Services Austria GmbH (PSA). Es gebe allerdings Länder, die in dieser Technologie hinterherhinkten und diese Chip-Technologie noch nicht eingeführt hätten. Deswegen sei "GeoControl" der zuverlässigste Weg, die Betrugsraten zu senken. Die PSA empfiehlt Karteninhabern, die eine Reise außerhalb Europas planen, Kontakt mit ihrer Bank aufzunehmen und sich dort beraten zu lassen.

Kommentare

strizzi1949

Schwachsinn! Welcher Kunde kümmert sich denn um die Sicherheit seiner Karte? Erst wenn er das muss, dann macht er es. Wenn die Karte automatisch gesperrt wird, muss er sich halt drum kümmern, dass er im Ausland dann abheben kann!
Aber bei unserer "mir passiert schon nix"-Mentalität, gehört der Zwang her!

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