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Bankomatgebühr: Diese
Automaten sind betroffen

Liste von Euronet-Bankomaten kursiert im Netz - VKI und AK lassen Gebühr prüfen

Bankomatbehebung © Bild: Shutterstock.com/cozyta

Der US-Betreiber Euronet regt die Österreicher auf: Er verrechnet bisher als einziger Betreiber Gebühren für die Behebung an seinen Bankomaten. Auch wenn diese Gebühr in anderen europäischen Ländern bereits seit Jahren gang und gäbe ist, wehrt sich Österreich dagegen. Die Arbeiterkammer (AK) und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) lassen derzeit rechtliche Angriffspunkte prüfen. Welche Bankomaten betroffen sind und warum die Gebühr angefochten werden könnte.

Ist die Gebühr überhaupt rechtens?

Euronet verrechnet pro Abhebung eine Bankomatgebühr von 1,95 Euro. Rund 80 Euronet-Bankomaten gibt es in Österreich. Die AK sagt klar "Nein" zu den zusätzlichen Gebühren: "Die gesondert verrechneten Bankspesen sind rechtswidrig: Die Girokontoverträge geben eine solche Vorgangsweise einfach nicht her", heißt es in einer Aussendung der Arbeiterkammer. Konsumenten würden schon für die Kontoführung, in der die Abhebung am Bankomaten inkludiert sein sollte, zahlen. Außerdem müssten Bankkunden ohnehin schon immer mehr Bankgeschäfte selbst durchführen.

So sieht die Gebühren-Anzeige bei Euronet-Bankomaten aus:

Euronet-Bankomat
© Girokonto.at

www.girokonto.at

Die zusätzlichen Bankspesen seien laut AK nicht fair und völlig übergebührlich. "Kunden sollten nicht mit Kontoführungsgebühren und zusätzlichen hohen Extraspesen bestraft werden, wenn sie zu ihrem eigenen Geld am Konto gelangen wollen", sagt AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic.

Im Prinzip existieren zwei Rechtsmeinungen:

  1. Der Vertrag mit der Hausbank, in dem keine Rede von Bankomatgebühren ist (außer bei Bawag/P.S.K.)
  2. Sobald der Kunde bei der Abhebung der Gebühr zustimmt, entsteht ein neuer Vertrag.

Die AK lässt nun prüfen, welche Rechtsmeinung in diesem Fall zutreffend ist. Auch der VKI prüft derzeit die "rechtlichen Angriffspunkte gegen die (Weiter-)Verrechnung des Bargeldabhebungsentgelts", wie der Verein mitteilte. Er empfiehlt, bei der Hausbank Einspruch gegen die Weiterverrechnung der Gebühren zu erheben. Der VKI hat dazu einen Musterbrief bereitgestellt.

Rund 80 Bankomaten betreibt Euronet in Österreich, die meisten Geldautomaten der US-Firma stehen in Wien. Im Internet kursiert bereits eine Liste mit bekannten Euronet-Bankomaten:

Rot-grün statt blau-grün ...

Finanzminister Hans Jörg Schelling hat am Montag eine Bankomatgebühr der Banken für ihre eigenen Kunden ausgeschlossen. "Ich habe immer gesagt, dass die Banken für die eigenen Kunden bei den Bankomaten keine Gebühr einheben", sagte er. Der Minister forderte indes eine klare Kennzeichnung für jene Automaten, bei denen eine Extragebühr anfällt. Statt des derzeitig blau-grünen Logos könnte künftig ein rot-grünes Kennzeichen - oder auch eine andere Farbkombination - den kostenpflichtigen Bankomatstandort anzeigen, teilte ein Sprecher des Ministeriums Dienstagabend mit.

Derzeit werde geprüft ob für die weithin sichtbare Kennzeichnung eine Gesetzesänderung erforderlich ist oder eine Verordnung reicht. Bis zum Herbst soll jedenfalls eine Regelung gefunden werden, sagte der Sprecher.

So reagieren die heimischen Banken

Der Obmann der Sparte Banken in der Wirtschaftskammer, Franz Rudorfer glaubt nicht, dass nach dem Fremdanbieter Euronet auch die heimischen Banken Bankomatgebühren verlangen werden. "Ich sehe hier keinen Grund für einen Dammbruch", sagte Rudorfer am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal".

"Wir gehen von dem Gesprächsergebnis mit Bundesminister Schelling bei dem sogenannten Bankomatgipfel aus, und daran sollte sich nichts Dramatisches ändern durch diesen einen, kleineren Anbieter, der hier auftritt", sagte Rudorfer. Bei dem Gipfel ging es um Bankomatgebühren, die Kunden für Abhebungen von Bankomaten bezahlen sollen, die nicht ihrer Hausbank gehören.

Österreicher lieben ihr Bargeld. Dementsprechend hoch ist auch die Bankomat-Nutzung in Österreich:

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