Bankensystem von

Erfolgsgeschichte Einlagensicherung

Die Versicherung gegen den Banken-Crash - 100.000 Euro sind jedenfalls sicher

Einlagensicherung. Banken. © Bild: Corbis

Das Geld von Kleinsparern auf der Bank ist sicher: Doch wie kam es dazu? 1933 führten die USA als zweites Land nach der damaligen Tschchoslowakei eine Einlagensicherung ein. Der Grund waren die katastrophalen Erfahrungen mit den Bank runs im Zuge der großen Wirtschaftskrise von 1930. Die Banken waren nicht in der Lage allen Sparern, die plötzlich ihre Einlagen zurückbekommen wollten, diese auszuzahlen und mussten reihum Konkurs erklären. Die Anleger standen vor einem Totalverlust und jedes Vertrauen in die Überlebensfähigkeit des Wirtschaftssystems war dahin.

Denn keine Bank der Welt ist in der Lage all ihren Kunden gleichzeitig ihr Geld zurückzugeben. Das Geld dient als Schutz der Bank gegen Ausfälle bei Krediten und als Sicherheit für diese. Wird es abgezogen, ist die Bank pleite. Sparer vergessen oft, dass sie die Zinsen auf ihr Sparbuch bekommen, weil sie der Bank Geld leihen und damit auch das Risiko der Bank – bis zu einem gewissen Grad – teilen.

Allerdings zeigte die Erfahrung von 1930, dass die Sparer gegen den Ausfall einer Bank geschützt werden müssen. 1937 wurde in Österreich eine Einlagensicherung gegründet, 1966 erstmals eine bundesweite Sicherung geschaffen. Seit 1997 ist die Teilnahme an der Einlagensicherung sogar verpflichtend. Diese funktioniert wie eine Versicherung des Bankensektors gegen Ausfälle von Kreditinstituten. In Österreich ist sie dabei, nach Sektoren gegliedert. Der Sparkassen-, der Raiffeisen-, der Volksbanken-, und der Hypo-Sektor haben jeweils ihre eigene Einlagensicherung.

Staat als letzter Retter

Ausländische Bankinstitute sind über die Einlagensicherungen ihrer Herkunftsländer abgesichert. Gesichert sind alle Einlagen inklusive Zinsen bis zu einer Maximalhöhe von 100.000 Euro. Bei Wertpapieren beträgt die Sicherungssumme hingegen nur 20.000 Euro.

Binnen 20 Arbeitstagen wird mit der Auszahlung begonnen, mit Sondergenehmigung der FMA kann dieser Rahmen auf 30 Tage ausgedehnt werden. Bisher gab es vier fälle in denen die Einlagensicherung aktiv wurde, der bekannteste ist wohl die Riegerbank. Größere Fälle sind allerdings, nicht nur in Österreich, eher unüblich, da nach Möglichkeit versucht wird, eine Bank zu erhalten. So zuletzt bei den Turbulenzen in die die damalige Gewerkschaftsbank Bawag 2006 geriet.

Allerdings ist die Einlagensicherung auch nicht in der Lage alle Risiken auszuschalten. Einerseits sind Beträge über 100.000 Euro ausgenommen, was man theoretisch über die Verteilung auf mehrere Banken und die entsprechende Stückelung der Beträge, umgehen könnte. Außerdem könnte bei einem völligen Zusammenbruch des Finanzsystems auch die Einlagensicherung überfordert sein. In diesem Fall käme wohl der Staat als letzter möglicher Schuldner in die Verpflichtung, die Summen auszuzahlen. Erst wenn auch dieser zahlungsfähig wäre, könnte wohl nichts mehr helfen. In den meisten Ländern ist ein derartiger Fall aber unmöglich, da die Notenbanken die Finanzierung des Staates per Gelddruck immer sicherstellen können und somit per Definition eine Pleite unmöglich ist. In Europa ist das jedoch, aus Sorge um die Inflation, eigentlich nicht erlaubt.

Weitere Informationen bei der österreichischen Einlagensicherung

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