Bankenskandal von

Hypo-Eklat unvermeidbar

Trotz Wahrheit über Vorzugsaktien: Bayern hätten Hypo wohl sowieso gekauft

Hypo-Chef: Bank kostet den Staat noch vier Milliarden Euro. © Bild: APA/BARBARA GINDL

Im 10-Millionen-Euro-Zivilprozess der Bayerischen Landesbank gegen die Hypo-Mitarbeiter-Privatstiftung (MAPS) legte der vom Gericht bestellte Sachverständige Werner Festa vor wenigen Tagen sein Gutachten vor, schreibt der "Standard" (Montag). Demnach hätte die BayernLB die Kärntner Bank wohl auch dann gekauft, hätte sie die Wahrheit über die Vorzugsaktien gewusst.

Die BayernLB hat den Prozess am Wiener Handelsgericht (HG) angestrengt, weil sie sich von den Verkäufern der Hypo, unter ihnen die MAPS, getäuscht fühlt. 2007 hatten die Bayern 67 Prozent der Kärntner Bank für 1,75 Mrd. Euro erworben. Die Klage der Landesbank richtet sich zunächst nur gegen die Hypo-Mitarbeiterstiftung, weil das die Prozesskosten limitiert. Größte Verkäuferin war das Land Kärnten bzw. die Kärntner Landesholding.

Die Bayern fechten den Kauf unter anderem wegen Irrtums an, weil sie nichts von den in Nebenabsprachen vereinbarten Rücknahmeverpflichtungen bei der Kapitalerhöhung der Hypo Leasing Holding via Vorzugsaktien gewusst haben wollen.

Das im Juni 2013 beauftragte Festa-Gutachten soll Licht ins Dunkel bringen und etwa klären, ob es eine "arglistige Täuschung der Klägerin" gab und inwiefern allenfalls eine "Kausalität mit dem Kaufentschluss" bestand.

Keine endglültigen Antworten

Endgültige Antworten gibt die Expertise nicht, schreibt die Zeitung in ihrer Montagausgabe. Bei der Frage der Vorzugsaktien geht Festa davon aus, dass rund 20 Mio. Euro nicht zum Eigenkapital hätten gezählt werden dürfen. Weil aber zwei Drittel davon bei der Vertragsunterzeichnung noch nicht bei externen Investoren platziert waren, könnten die Involvierten jedoch maximal bei rund 5 Mio. Euro getäuscht haben, so Festa laut "Standard" sinngemäß.

Festa hält es für möglich, dass Ex-Hypo-Chef und Ex-MAPS-Vorstand Wolfgang Kulterer nicht ausschließen konnte, dass die Bayern die Hypo, hätten sie die Wahrheit gekannt, gar nicht bzw. nur billiger gekauft hätten. Das Verhalten Tilo Berlins ist in den Augen des Gutachters für die Kaufentscheidung der Bayern nicht kausal.

Hätten die Bayern Bescheid gewusst, hätten sie dem Gutachten zufolge drei Möglichkeiten gehabt: die Hypo gar nicht, trotzdem oder zu anderen Konditionen zu kaufen.

Der Gutachter geht, so der "Standard", davon aus, dass es nur dann zu einem "Transaktionsabbruch" gekommen wäre, wenn es bei Auffliegen der wahren Umstände auch zu einem "Vertrauensverlust" zwischen Bayern und Österreichern gekommen wäre.

Angesichts der fehlenden strategischen Alternativen der BayernLB, die ja expandieren wollte, und der Tatsache, dass sie ihre Erkenntnisse aus der Due Diligence "vernachlässigte", leitet Festa laut Zeitung ab, dass die Bayern die Hypo trotzdem gekauft hätten und höchstens "geringfügige" Kaufpreisanpassungen durchgeführt hätten.

Das Verfahren am HG Wien geht demnächst weiter.

Kommentare

Die sollen doch froh sein dass unsere Strohköpfe die Bank wieder zurückgekauft haben - wahrscheinlich haben sie sich sowieso einen Ast gelacht!

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