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Bank Austria könnte ohne Osteuropa mehr Kapital brauchen

Aufseher bringt Gelder der Münchner Hypo-Vereinsbank ins Spiel

Die Bank Austria braucht laut Finanzkreisen nach der Abtrennung des CEE-Geschäfts mehr Kapital. Wenn die UniCredit-Tochter ihre CEE-Töchter wie geplant an den Mailänder Mutterkonzern abgebe, komme die Bank Austria noch auf eine harte Kernkapitalquote von 11,3 Prozent, sagte ein Insider am Montag und berichtete "Der Standard" im Voraus aus der Dienstagsausgabe. "Die Aufsicht hält das für zu wenig."

Zuletzt hatte das Institut eine ausreichende Kernkapitalquote von 16 Prozent angegeben, durch die Abspaltung des Ostgeschäfts könnte diese aber abschmelzen. Die geplante Abspaltung des Osteuropageschäftes der Bank Austria unter das Dach ihrer italienischen Konzernmutter UniCredit könnte ja noch an den Behörden scheitern. Die Bankenaufsicht will dem vorliegenden Vorschlag so nicht zustimmen, hieß es in Medien am Wochenende. Die Bank dementierte das: Die Übertragung der Osteuropa-Sparte werde bis Jahresende abgeschlossen werden. Vor allem betone die Bank Austria, man werde die Kapitalquoten auch in Zukunft "übererfüllen", so "Der Standard".

Laut dem Artikel kommt rund um den Umbau der Bank Austria nun auch Geld der HypoVereinsbank in München ins Spiel, das diese UniCredit-Tochter, also Bank-Austria-Schwester, in ihren Büchern habe. Die HVB hatte die Bank Austria an die UniCredit verkauft. Und aus dem Verkaufserlös seien noch Gelder in der Höhe von rund 12,5 Mrd. Euro in ihren Büchern. Das Geld wurde auf Geheiß der deutschen Finanzaufsicht Bafin nie nach Mailand überwiesen. Aber laut "Standard" unter Berufung auf einen Aufseher besteht die "technische Möglichkeit", dieses Kapital im UniCredit-Konzern anders ("besser") zu verteilen. "Das Problem der Bank Austria ließe sich also leicht lösen", so der namentlich nicht genannte Aufseher aus Österreich.

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