Bangladesch von

Regierungspartei gewinnt mit Zweidrittel-Mehrheit

Gewalt und Ausschreitungen bei der Wahl: Zahl der Toten auf 24 gestiegen

Am Wahltag sind in Bangaldesch mehrere Menschen ums Leben gekommen. © Bild: REUTERS/Stringer

Am Tag der Parlamentswahl in Bangladesch sind bei politisch motivierten Auseinandersetzungen mindestens 24 Menschen getötet worden. Das geht aus am Montag veröffentlichten Aufstellungen der Opposition hervor, die allein in den eigenen Reihen 21 Tote zählte.

Die größte Oppositionspartei, die Nationalistische Partei (BNP) von Ex-Regierungschefin Khaleda Zia, hatte ebenso zum Boykott des Wahlgangs aufgerufen wie 20 andere Parteien. Die Wahlbeteiligung erreichte am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka nach den Angaben der Wahlkommission nur einen Wert von 22,8 Prozent. Wenn die landesweiten Werte ähnlich ausfallen sollten, wäre dies die niedrigste Wahlbeteiligung bei Wahlen in Bangladesch.

Unterdessen hat die regierende Awami-Liga mehr als Zweidrittel aller Mandate gewonnen. Der Sieg der Partei von Ministerpräsidentin Scheich Hasina stand wegen eines Boykotts der Abstimmung durch die wichtigsten Oppositionsparteien bereits im Voraus fest. Insgesamt verfügt die Regierungspartei nun über 232 der insgesamt 300 Mandate.

Neuwahlen gefordert

Die Opposition rief zu einem Generalstreik auf, der bis zum Mittwoch andauern soll. Da neben der regierenden Awami-Liga von Premierministerin Sheikh Hasina kaum andere Parteien Kandidaten aufgestellt hatten, gingen rund vier Fünftel der Parlamentssitze an die Regierungspartei.

Oppositionsführerin Zia steht seit mehr als einer Woche faktisch unter Hausarrest. BNP-Vizechef Shamsher Chowdhury erklärte, der Wahlgang vom Sonntag müsse für "nichtig" erklärt und eine neue Wahl anberaumt werden, die unabhängig von der Regierung organisiert werden müsse.

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