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Bangladesch: Tote bei Unruhen

Neue Gewaltwelle vor Parlamentswahlen - Dutzende Wahllokale in Brand gesetzt

Unruhen in Bangladesch © Bild: Reuters/Andrew Biraj

Bei neuer Gewalt vor den Parlamentswahlen in Bangladesch sind zwei Menschen getötet worden. Dabei handle es sich um einen führenden Politiker der regierenden Awami-Liga und ein Mitglied ihrer Jugendorganisation, teilte die Polizei am Samstag mit. Mehrere Dutzend Wahllokale seien seit Freitag von Anhängern der größten Oppositionspartei BNP in Brand gesetzt worden.

Insgesamt kamen bei Gewalttaten zwischen den verfeindeten Lagern in den Wochen vor der Wahl am Sonntag mehr als 100 Menschen ums Leben. Hintergrund ist die erbitterte Rivalität von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina und BNP-Chefin Begum Khaleda Zia, die seit mehr als 20 Jahren die Politik in dem armen Staat bestimmen.

Die nationalistische BNP boykottiert die Abstimmung, weil sie Wahlbetrug befürchtet. Sie protestiert damit dagegen, dass Hasina die bisher übliche Praxis abschaffte, wonach eine neutrale Übergangsregierung freie und faire Wahlen sicherstellen soll. Zudem wirft sie der Regierung vor, Parteichefin Khaleda faktisch unter Hausarrest gestellt zu haben. Die Regierung bestreitet dies. Zudem erklärte sie, die Einrichtung einer Übergangsregierung zur Überwachung der Wahl habe sich als nicht effektiv erwiesen.

Wahllokale in Brand gesetzt

Kurz vor der Parlamentswahl in Bangladesch sind mindestens 24 Wahllokale in zahlreichen Teilen des Landes in Brand gesetzt worden. Unbekannte hätten in der Nacht zum Samstag in Schulen Feuer gelegt, die für die Wahl am Sonntag vorbereitet wurden, erklärte die Polizei in mehreren Distrikten. Einige Gebäude brannten vollständig aus.

Zahlreiche Oppositionsparteien boykottieren die Wahl. Sie erklärten, alles zu unternehmen, um die Abstimmung zu verhindern. Wahlunterlagen wurden nicht verbrannt, da diese erst am Samstag verteilt werden. Die Wahlkommission bemüht sich um alternative Räume.

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