Bangladesch von

Aufräumarbeiten beginnen

Trümmerteile sollen mit schwerem Gerät beseitigt werden. Weitere vier Überlebende.

Aufräumarbeiten nach dem Einsturz eines Fabriksgebäudes in Bangladesch © Bild: APA/EPA/Abdullah

Nach dem Einsturz eines achtstöckigen Gebäudes mit mehr als 360 Toten in Bangladesch setzen die Rettungskräfte nun schweres Gerät ein. "Offensichtlich gibt es keine Lebenszeichen mehr unter den Trümmern", sagte der nationale Feuerwehrchef Ahmed Ali am Sonntag in der Hauptstadt Dhaka. Daher sei gemeinsam mit der Armee entschieden worden, nun schweres Gerät wie Kräne einzusetzen, um die Trümmerteile abzuräumen.

Dies werde sehr "vorsichtig" geschehen, versicherte er. "Unsere Hoffnung ist, dass wir vielleicht doch noch einige Überlebende unter den Trümmern finden." In der Nacht auf Sonntag waren vier Menschen lebend geborgen worden.

2.400 Überlebende

Das teilweise illegal errichtete Gebäude in Dhaka war Mittwoch früh eingestürzt. Nach jüngsten Angaben kamen mindestens 363 Menschen ums Leben. Mehr als 2.400 Menschen überlebten das Unglück, gut die Hälfte von ihnen wurde verletzt. Zum Zeitpunkt des Einsturzes sollen mindestens 3.000 Menschen in fünf Fabriken in dem Gebäude gearbeitet haben.

Suche nach Schuldigen

Zwei Geschäftsmänner wurden bereits festgenommen. Ihnen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, sagte der stellvertretende Polizeichef der Hauptstadt Dhaka, Shyaml Mukherjee. Es handle sich um Bazlus Samad, Chef der Firmen New Wave Buttons und New Wave Style, Mahmudur Rahaman Tapash, einen leitenden Angestellten "einer der beiden Firmen", sowie Aminul Islam, Chef zweier anderer Fabriken, sagte Mukherjee. Zudem seien zwei Ingenieure in Gewahrsam, die das eingestürzte Gebäude abgenommen hätten. Weiter flüchtig ist der Besitzer des Gebäudes.

Textil-Riesen im Visier

Bangladesch ist der zweitwichtigste Textilproduzent weltweit, die Branche ist für das Land von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Viele westliche Firmen lassen kostengünstig Kleidung in Bangladesch herstellen. Auch einige der Fabriken in dem eingestürzten Gebäude arbeiteten für internationale Modemarken, etwa die britische Billigkette Primark und den spanischen Konzern Mango.

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