Ban Ki Moon ist neuer UNO-Generalsekretär:
Südkoreanischer Minister folgt auf Annan!

62-Jähriger wird Amt am 1. Jänner 2007 antreten PLUS: 62-jähriger Top-Diplomat im großen Porträt

Ban Ki Moon ist neuer UNO-Generalsekretär:
Südkoreanischer Minister folgt auf Annan!

Der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon wird am 1. Jänner als Nachfolger des Ghanesen Kofi Annan achter Generalsekretär der Vereinten Nationen. Erwartungsgemäß bestätigte die UNO-Vollversammlung den 62-Jährigen per Akklamation, nachdem ihn der Sicherheitsrat am 9. Oktober nominiert hatte. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats hatten sich einstimmig auf Ban geeinigt; die Zustimmung der Vollversammlung galt als Formsache.

Hunderte von Diplomaten und UNO-Beschäftigte applaudierten laut, als die Präsidentin der Vollversammlung, Sheikha Haya Rashed Al Khalifa aus Bahrain, die Vertreter der 192 Mitgliedsstaaten aufforderte, die Resolution zur Ernennung Bans anzunehmen. Sie schlug mit dem Hammer und erklärte: "Es ist so beschlossen."

Annan, der nach zehn Jahren aus dem Amt scheidet, lobte seinen Nachfolger als künftigen Generalsekretär, der ein besonderes Gespür für die Empfindlichkeiten von Ländern auf allen Kontinenten habe. Ban denke wahrhaft global, er sei ein Mann mit "außerordentlichen Fähigkeiten". Annan gratulierte seinem Nachfolger und beschrieb die Tätigkeit an der Spitze der Vereinten Nationen als den unmöglichsten, aber gleichzeitig besten Job der Welt.

"Nehme Wahl demütig an"
Der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon hat die Ernennung zum neuen UNO-Generalsekretär "demütig" angenommen. Er erklärte sich überaus geehrt, das Erbe von Annan antreten zu werden. "Asien ist bereit, mehr Verantwortung für die Welt zu übernehmen", sagte er.

92.000 Blauhelme sind Ban unterstellt
Ban leitet künftig eine Organisation mit 92.000 Blauhelmen in Friedenseinsätzen weltweit und einem Jahresbudget von fünf Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro). Seine Amtszeit dauert fünf Jahre.

Ban ist seit mehr als zwei Jahren südkoreanischer Außenminister und arbeitete für zwei Präsidenten als Sicherheitsberater. Seit fast 40 Jahren ist er im diplomatischen Dienst. Der einzige bilaterale Botschafterposten, den er bisher bekleidete, führte ihn nach Wien, wo er in den Jahren 1998 bis 2000 sein Land vertrat. Der Diplomat, der unter anderem in Harvard studierte, spricht laut Ministerium Englisch, Deutsch, Französisch und Japanisch.

Er sehe sich in erster Linie als Diplomat im Weltgeschehen und wolle die Tagesgeschäfte der UNO großenteils seinem Stellvertreter übertragen, hat der 62-Jährige angekündigt. Außerdem will er sich wie Annan für eine Reform der Vereinten Nationen einsetzen.

Eine seiner ersten Reisen werde ihn nach Nordkorea führen, erklärte er in der vergangenen Woche. In den knapp drei Jahren als Außenminister seines Landes hatte Ban intensiv mit dem schwierigen Verhältnis zu Nordkorea zu tun. Er beteiligte sich unter anderem an den Sechs-Länder-Gesprächen, die Nordkorea zu einem Verzicht auf sein Atomprogramm bewegen sollten.

Kritiker hatten bemängelt, Ban fehle der nötige Biss für das Amt des Generalsekretärs, und er werde eine schwache Führungsfigur abgeben. "Ich mag äußerlich sanft wirken, aber ich habe, wenn es wirklich nötig ist, eine innere Stärke. Ich war immer sehr entschlossen", konterte er. Mitarbeiter betonen, er sei "wie eine eiserne Hand im Samthandschuh".

Bans Wahl war eine der schnellsten und einmütigsten in der Geschichte der UNO. Nach der letzten von vier informellen Abstimmungen im Sicherheitsrat am Montag vergangener Woche hatten die fünf Mitbewerber des Südkoreaners ihre Kandidatur zurückgezogen. Der bisher einzige Asiate, der das Amt innehatte, war von 1961 bis 1971 U Thant aus Burma. (apa)