Ballack verspricht Liverpoolern Revanche:
'Reds' sind für Duell mit FC Chelsea bereit

Im 3. CL-Semifinal-Duell wollen 'Blues' endlich siegen Arsenal nach verlorenem CL-Thriller bitter enttäuscht

Ballack verspricht Liverpoolern Revanche:
'Reds' sind für Duell mit FC Chelsea bereit © Bild: Reuters/Doherty

Erst führte er Chelsea ins Halbfinale der Champions League, dann richtete er eine Kampfparole an den ewigen Rivalen. "Ich denke, jetzt sind wir mal an der Reihe", sagte Michael Ballack vor dem dritten Semifinal-Duell mit dem FC Liverpool innerhalb von drei Jahren Revanche für die Niederlagen 2005 und 2007 an. Mit seinem Kopfballtor (4.) hatte der deutsche Teamkapitän den "Blues" den Weg zum 2:0-Sieg gegen Fenerbahce Istanbul geebnet, den Lampard (87.) an der Stamford Bridge besiegelte.

Ein Fußball-Drama spielte sich 342 Kilometer weiter nördlich an der Liverpooler Anfield Road ab. Zweimal stand Arsenal während des nervenaufreibenden "Thrillers" mit einem Bein (bei 1:0-Führung und 2:2) im Halbfinale, doch am Ende mussten sich die Londoner den "Reds" 2:4 geschlagen geben. "Wir sind bereit für Chelsea. Es war fantastisches Teamwork, auch wenn man nicht behaupten kann, dass das bessere Team gewonnen hat", meinte Liverpool-Kapitän Steven Gerrard nach packenden 90 Minuten, über die man nicht nur auf der Insel noch lange reden wird.

Englische Presse lobt "Head Boy" Ballack
Für sein frühes Tor und seine Rolle als Antreiber der Chelsea-Elf lobte Englands Presse Ballack in höchsten Tönen. Die Boulevardblätter "Sun" und "Mirror" kürten ihn zum "Mann des Spiels", die "Daily Mail" erkannte in dem Deutschen, der im Juni in Wien mit der ÖFB-Auswahl die EM-Klingen kreuzen wird, den Kopf der Mannschaft ("Head Boy") und schrieb voller Vorfreude: "Michael Ballack, 2002 Finalist mit Bayer Leverkusen, sieht wieder wie ein Champion aus."

An den ersten CL-Triumph denkt auch der weiterhin umstrittene Chelsea-Trainer Avram Grant. Der Israeli könnte damit seinen Vorgänger Jose Mourinho übertrumpfen und den langgehegten Wunsch von Club-Eigentümer Roman Abramowitsch erfüllen. "Ich habe immer daran geglaubt, dass wir den Wettbewerb gewinnen können. Ich bin ein geborener Optimist", sagt Grant, dem allerdings im Saisonendspurt die Torhüter auszugehen drohen.

Torhüter Nr. 3 rettet Chelsea den Sieg
Petr Cech musste nach einem Trainingsunfall vergangenen Sonntag mit 50 Stichen im Gesicht genäht werden, sein Vertreter Carlo Cudicini verletzte sich gegen Fenerbahce am Knie und humpelte nach 25 Minuten vom Platz. Die Nummer drei, Henrique Hilario, rettete Chelsea später die Führung gegen die Türken, die nur im Finish dem Tor der cleveren Londoner etwas näher kamen. "Das wichtigste war nicht die Leistung, sondern das Resultat", zog Grant unter das Viertelfinale einen Schlussstrich.

Bittere Enttäuschung bei den "Gunners"
Niedergeschlagen und bitter enttäuscht war Arsenal-Trainer Arsene Wenger nach dem Fußball-Drama an der Merseyside. "Wir waren zu naiv und in der Verteidigung nicht erwachsen genug", kritisierte der Elsässer, dessen Mannschaft durch Abou Diaby zwar 1:0 (13.) geführt hatte und nach Treffern von Hyppiä (30.) und Torres (69.) durch Adebayor noch einmal zum Ausgleich (84.) gekommen waren. Doch in den letzten Minuten entschieden der sonst unauffällige Gerrard, der bei seinem Foulelfer (85.) eiserne Nerven bewies, und Babel (92.) das Spiel für Liverpool.

Gerrard war sich ganz sicher, den Penalty zu verwandeln, blieb jedoch im Jubel selbstkritisch: "Es war vielleicht eine meiner schwächsten Leistungen, die ich im roten Trikot gezeigt habe." Während sich die Anfield Road nach einem "großartigen Abend und einem fantastischen Spiel" (Coach Rafael Benitez) zu einem Tollhaus verwandelte, kritisierte Wenger die "fragwürdige" Elfmeterentscheidung, die seine Truppe Augenblicke nach dem Ausgleich zum 2:2 hatte verkraften müssen.

Arsenal droht zu Saisonende ohne Titel dazustehen
"Im Fußball muss man manchmal schlucken, was nicht zu schlucken ist. Es wird schwer, die Spieler wieder aufzurichten, besonders weil wir glauben, alles getan zu haben. Das Ergebnis spiegelt unsere Leistung nicht wider", meinte der Franzose. Seinen Mannen war im Hinspiel beim Stande von 1:1 ein klarer Foulelfer an Hleb vorenthalten worden. Nach einem starken Saisonstart droht Arsenal im Sommer mit leeren Händen dazustehen. (apa/red)