Bald Schluss mit Ferien-Paradies? Eltern wollen weniger freie Tage für Schulkinder!

Umfrage: Für Abschaffung der schulautonomen Tage 44 Prozent wollen Verkürzung der Sommerferien<br><b>Mitvoten:</b> Sollen unsere Schüler weniger frei haben?

Bald Schluss mit Ferien-Paradies? Eltern wollen weniger freie Tage für Schulkinder!

Eine klare Mehrheit der Eltern spricht sich gegen die so genannten schulautonomen Tage aus: 82 Prozent wollen stattdessen bundesweit einheitlich verordnete schulfreie "Zwickeltage", etwa vor einem Dienstag-Feiertag oder nach einem Donnerstag-Feiertag. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Elternvereins-Dachverbände, an der knapp 128.000 Familien teilnahmen. Ansonsten zeigten sich die Eltern mit der derzeitigen Ferienordnung grundsätzlich zufrieden - abgeschafft werden sollen aber der schulfreie Pfingst- und Osterdienstag sowie der unterrichtsfreie Feiertag des jeweiligen Landespatrons.

Grund der Unzufriedenheit der Eltern mit den vier (Pflichtschulen) bzw. fünf (Höhere Schulen) schulautonomen Tagen, die von der jeweiligen Schule frei eingeteilt werden können: Einerseits würden sich viele Eltern durch die Festlegung an den Schulen "überfahren fühlen", meinte die Vorsitzende des Dachverbands der Pflichtschulelternvereine, Sieglinde Guserl. Andererseits ergäben sich bei Eltern mit Kindern an unterschiedlichen Schulen Probleme bei der Betreuung. Ausnahmen bei einer einheitlichen Regelung soll es für die Oberstufen geben.

Von 80 Prozent der Eltern abgelehnt wird die Einführung von einwöchigen Herbstferien. Ausnahme: In Vorarlberg, wo es diese Ferienform als einziges Bundesland bereits seit kurzem gibt, plädieren die Eltern zu 60 Prozent dafür. Umstrittener sind die Sommerferien: Insgesamt wünschen sich 56 Prozent der Eltern wie bisher neunwöchige Sommerferien. 34 Prozent wäre eine Verkürzung auf acht Wochen lieber, zehn Prozent wollen nur vier bis sechs Wochen frei. Eindeutig ist aber die Meinung von Eltern von Oberstufenschülern zu diesem Thema: Sie lehnen - unter anderem wegen der mindestens ein Monat dauernden Berufspraktika und Ferialjobs - eine Verkürzung zu 83 Prozent ab.

Bei SPÖ und Grünen finden die Eltern mit ihren Änderungswünschen Gehör: Deren Bildungssprecher Erwin Niederwieser und Dieter Brosz plädierten für eine gesetzliche Neuregelung zur bundesweiten Vereinheitlichung der schulautonomen Tage. Nicht so weit gehen will dagegen BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner: Sie sprach sich in einer Aussendung nur für eine regionale Vereinheitlichung aus. Die ÖVP zeigte sich "für jeden Vorschlag offen", auf den sich Eltern, Lehrer und Schüler verständigen könnten, so Bildungssprecher Werner Amon in einer Aussendung. Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) wollte sich vorerst nicht äußern - die Eltern wollen die Umfrage zunächst mit Lehrer- und Schülervertretern diskutieren und dann dem Ministerium vorlegen.

Außer Diskussion bei den Eltern stehen die Weihnachtsferien (99 Prozent für Beibehaltung wie bisher) und die Semesterferien (91 Prozent für Beibehaltung). Änderungswünsche gibt es dagegen bei Oster- und Pfingstferien: Knapp 60 Prozent der Eltern wollen nicht, dass der Pfingstdienstag frei ist - auch am Osterdienstag und am Feiertag des Landespatrons soll unterrichtet werden. Außerdem verlangen zwei Drittel der Eltern an zwei unterrichtsfreien Tagen pro Schuljahr verpflichtende schulinterne Lehrerfortbildung.

(apa/red)