Grand-Prix-Premiere von

Baku auf Formel-1-Kurs

"Längste Gerade der Formel 1" geplant - Internationale Kritik verstummt nicht

Formel 1 © Bild: Thinkstock

Noch ist in Baku kein Anzeichen eines Formel-1-Kurses zu sehen. Doch mit Ende der Europaspiele beginnen die Arbeiten, um für die 2016 geplante Grand-Prix-Premiere ein strahlendes Image an der Küsten-Promenade und um die Altstadt zu präsentieren. Die internationale Kritik am Gastgeber lässt die Formel 1 kalt.

"Die Formel 1 ist eine der prestigeträchtigsten Sportarten der Welt", schwärmte Sportminister Azad Rahimov in seinem Europaspiele-Büro nur unweit des geplanten Kurses. "Wir wollen unsere wunderschöne Stadt präsentieren. Es ist sehr wichtig für unser Land, das neu auf der Weltkarte ist, sehr viele Gäste zu beherbergen."

Der deutsche Formel-1-Streckenbauer Hermann Tilke hat einen 6,006 Kilometer langen Kurs entworfen, dessen engste Passage um die alten Stadtmauern einer Extra-Genehmigung des Internationalen Automobilverbandes bedurfte.

Stadt der Sport-Superlativen

An der noblen Promenade fahren die Piloten auf der laut Eigenwerbung "längsten Geraden der Formel 1" mit einer Höchstgeschwindigkeit von 340 Stundenkilometern. Mit derartigen Sport-Superlativen versucht Aserbaidschan sich einen Namen auf der internationalen Bühne zu machen.

Über neun Jahre läuft der Formel-1-Vertrag, 2017 stehen die Islamischen Spiele der Solidarität an, in fünf Jahren finden Vorrundenpartien und ein Viertelfinale der Fußball-EM in Baku statt. "Es ist eine Strategie", erklärt Rahimov die Anhäufung von Großereignissen. "Wir versuchen immer ein unterschiedliches Publikum anzusprechen."

Internationale Kritik verstummt nicht

Doch all diese Anstrengungen lassen die internationale Kritik an Verstößen gegen Menschenrechte und Pressefreiheit in der Südkaukasusrepublik nicht verstummen. Kürzlich nahm die Formel 1 den Passus in ihre Richtlinien auf, dass man sich verpflichte, die international anerkannten Menschenrechte in ihren weltweiten Beziehungen zu respektieren und mögliche neue Gastgeber daraufhin zu prüfen.

Wie intensiv dies mit Bezug auf die Menschenrechte in Aserbaidschan geschieht, erklärte Geschäftsführer Bernie Ecclestone zuletzt am Rande des ebenfalls politisch umstrittenen Rennens in Bahrain. Man habe sich die Situation angeschaut, sagte der Formel-1-Chef. "Ich denke, jeder sieht glücklich aus. Es sieht nicht aus, als gäbe es dort ein großes Problem."

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