Bahngewerkschaft unterbricht die Streiks:
Züge fahren plangemäß am Wochenende

Bahn fordert Rückkehr an den Verhandlungstisch Gewerkschaft droht bei Scheitern mit weiteren Streiks

Bahngewerkschaft unterbricht die Streiks:
Züge fahren plangemäß am Wochenende

Für die in den vergangenen Wochen auf eine harte Geduldsprobe gestellten Bahnkunden in Deutschland gibt es eine Atempause. Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn setzt die Lokführergewerkschaft GDL ihre Streiks bis einschließlich Sonntag aus. Damit sind am Wochenende keine Behinderungen im Bahnverkehr zu erwarten. Eine Annäherung der Tarifparteien zeichnet sich aber nicht ab.

Die Bahn forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Nur dort können Lösungen gefunden werden, nicht durch Streiks", sagte der Deutsche-Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Die GDL beharrt hingegen auf einen eigenständigen Tarifvertrag mit der Bahn und droht mit weiteren Streiks, sollte das Unternehmen nicht einlenken.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger forderte die Bundesregierung auf, sich einzuschalten. Die Politik als solche sollte sich aus dem Konflikt zwar heraushalten, sagte der CDU- Politiker der "Berliner Zeitung". "Aber der Eigentümer der Bahn sollte sich in Person des Bundesfinanz- und des Bundesverkehrsministers stärker einschalten." Es gehe darum, Wirtschaft und Arbeitswelt vor Schaden zu bewahren.

Unterdessen wird die Deutsche Bahn ihre Verhandlungen über eine neue Einkommenstruktur für den Konzern mit den beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA fortsetzen. Debei dürfte auch der Tarifkonflikt mit der GDL erörtert werden.

Am Donnerstag hatte der dritte Streik der in der GDL organisierten deutschen Lokführer innerhalb von zwei Wochen zu einem Verkehrschaos auf den Straßen in den Ballungszentren geführt. Bundesweit wurde der Regionalverkehr und die S-Bahnen bestreikt. Hunderttausende Pendler waren auf das Auto umgestiegen oder mussten lange Wartezeiten ertragen.

(apa/red)